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Donnerstag, 20. September 2007

Google Docs jetzt auch mit Präsentationsmodul

Auch wenn andere Anbieter wie etwa Zoho es schon lange und in besserer Qualität anbieten, haben doch viele darauf gewartet: Google Docs, die Online-Office-Suite von Google, die bislang nur aus einer Textverarbeitung und einer Tabellenkalkulation bestand, wurde nun um ein Präsentationsmodul erweitert:

Google Präsentation
Google-Präsentation im Bearbeitungsmodus

Die Euphorie muss allerdings gedämpft werden. Wirklich individuelle Präsentationen sind mit diesem Tool vorerst nicht möglich. Gerade mal 15 fixe Motive für Folien-Basislayouts werden angeboten, und außer Text frei platzieren und formatieren und Pixelgrafiken einfügen ist nichts weiter an Funktionen vorgesehen. Keine Vektorgrafik, und schon gar keine Extras wie Datenübernahme von Diagrammen aus der Tabellenkalkulation. Bleibt zur Linderung der Enttäuschung darüber nur die Bemerkung, dass die meisten Menschen, die eine Präsentation erstellen, ohnehin hoffnungslos überfordert sind mit dem Funktionsumfang von Programmen wie Powerpoint oder Impress. Dementsprechend schematisch und langweilig sehen die meisten Präsentationen auch aus.

Einen unbestreitbaren Vorteil hat die Online-Lösung auf jeden Fall. Sie ermöglicht es, Präsentationen online einem anwesenden Publikum vorzuführen:

Präsentation online via Chat vorführen und diskutieren
Google-Präsentation im Vorführmodus inklusive Teilnehmer-Chat

Der Vorführmodus einer Präsentation erhält eine eigene dynamische URL-Adresse. Gibt ein Vorführender diese URL per Mail, Messenger, Telefon usw. an andere weiter, können diese durch Aufruf der Adresse direkt an der Präsentation teilnehmen. Gegebenenfalls ist dabei noch ein E-Mail-Handshake mit dem Einladenden erforderlich. Aktionen des Vorführenden wie Weiterblättern werden bei den übrigen Teilnehmern automatisch ausgeführt. Gleichzeitig wird ein Chat eingeblendet. Dieser kann vom Vorführenden benutzt werden, um seinen verbalen Vortrag zur Präsentation zu halten. Zumindest bei chat-erprobten Schnelltippern könnte das hinhauen, ohne dass das Publikum einschläft. Die übrigen Teilnehmer können ebenfalls chatten, sofern sie dazu ermächtigt wurden. Außerdem können Berechtigte die Präsentation übernehmen. So können sich beispielsweise mehrere Präsentierende mit Tippen des Vortragstexts abwechseln.

Eine Lösung für Live-Audio- oder gar Live-Video-Broadcasting wäre natürlich spannender. Andererseits haben textbasierte Chats durchaus auch Vorteile. So ist der Vortragstext der Präsentation für alle noch mal nachlesbar. Und da Tippen langsamer geht als Reden, wird bei solchen Präsentationen ja vielleicht nicht ganz so viel Überflüssiges verzapft ...


Dienstag, 28. August 2007

Kuckstu hier: Google Maps jetzt auch als Inline-Frame

Wenn man schon im Impressum seiner Website seine Adresse angeben muss, kann man das ja auch gleich stilvoll tun, indem man einen passenden Kartenausschnitt präsentiert. Bislang war das immer eine Angelegenheit, die grafische Zusatzarbeiten erforderte und außerdem ganz leicht fremde Copyrights verletzte. Denn mal eben einen Screenshot von einem bei stadtplandienst.de oder ähnlichen Services angezeigten Stadtausschnittsplan anzupassen und als Grafik auf die eigene Website zu bringen sollte man aus urheberrechtlichen Gründen tunlichst vermeiden.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Google Maps lesen sich zwar auch nicht wie eine Copyleft-Lizenz, sind jedoch so gehalten, dass zumindest das direkte Verlinken von Originalkarten aus Google Maps auf eigenen Webseiten nie einen Lizenzverstoß darstellte. Ganz im Gegenteil wurde diese Möglichkeit von Google sogar aktiv unterstützt. So gab es immer schon zu jedem angezeigten Google-Maps-Kartenausschnitt den Link URL zu dieser Seite, der das Kopieren einer URL ermöglichte, die genau den angezeigten Kartenausschnitt direkt aufrufbar macht. Sehr praktisch für Bookmarks, oder zur Verwendung in E-Mails oder auf eigenen Webseiten, um einen dort genannten Ort zu kennzeichnen

Klickt man URL zu dieser Seite an, bietet der dabei ausgelöste Popup-Layer mittlerweile jedoch noch eine neue Funktion an: den HTML-Code zum Einbetten des Kartenausschnitts in einen Inline-Frame:

Screenshot Google Maps
Screenshot Google Maps

In einer zusätzlich aufrufbaren Vorschau kann man Größe und Aussehen des Inline-Frames noch weiter den eigenen Wünschen anpassen. Wer über entsprechende HTML/CSS-Kenntnisse verfügt, kann natürlich auch seine eigenen Vorstellungen im Quelltext verwirklichen. Hier ein Beispiel, wie so etwas hinterher auf einer eigenen Webseite aussehen könnte:

Der HTML-Code dazu:

<iframe width="95%" height="300" frameborder="no" scrolling="no" 
marginheight="0" marginwidth="0" 
style="border: solid 6px rgb(195,217,255); -moz-border-radius: 6px" 
src="http://maps.google.de/maps?q=Dorotheenstra%C3%9Fe+84,+10117+Berlin&ie=UTF8&om=1
&s=AARTsJpTBbyW_tifyvpBxE0OBXm6zIut0w&ll=52.524264,13.387957
&spn=0.018278,0.036478&z=14&iwloc=addr&output=embed">
</iframe>

Der Kartenausschnitt bietet dank der Einbettung als Inline-Frame die Originalfunktionalität von Google Maps. So kann man den Kartenausschnitt mit der Maus ändern und zoomen. Ein Klick auf die in der Sprechblase angezeigten Adresse öffnet den Kartenausschnitt im gesamten Browserfenster.

Das Einbetten einer Google-Maps-URL in einem Inline-Frame war natürlich auch schon früher möglich. Jedoch wurde dann einfach die entsprechende Google-Maps-Seite eingebunden, mitsamt aller Navigationsbereiche. Die jetzt von Google angebotene Möglichkeit lädt dagegen nur den reinen Kartenausschnitt in den Inline-Frame. Ein Ärgernis für HTML-Puristen bleibt natürlich das ganze Thema Frames. Verwendet man im HTML-Code einen Inline-Frame, kann man für betroffene Webseiten keinen der empfohlenen HTML-Standards (HTML 4.01 strict, XHTML 1.0 strict) mehr anwenden. Doch das ist letztlich ein Problem der nicht mehr praxisgerechten HTML/XHTML-Spezifikation: während klassische Framesets tatsächlich langsam am Aussterben sind, nimmt die Bedeutung von Inline-Frames immer weiter zu. Gerade im Web-2.0-Bereich finden sich häufig Inline-Frames. Trost für wackelnde Puristen: in HTML 5 (wir berichteten) wird das iframe-Element zum empfohlenen Standard gehören.


Samstag, 28. Juli 2007

Wie das Web den Rest des Internets frisst (1)

Die (1) im Titel suggeriert, dass hier eine neue Serie entsteht. Steht aber noch nicht fest. Ein Trend setzt sich jedoch immer stärker durch, der mit Sicherheit noch mehr als diese eine Meldung hervorbringen wird. Diese Meldung hier lautet: Mozilla will sich von Thunderbird trennen. Mozilla ist bekanntlich die Dachorganisation einiger sehr erfolgreicher OpenSource-Produkte, alle hervorgegangen aus der Mozilla Application Suite. Das bekannteste davon ist zweifellost der Firefox-Browser, dessen Anteile auf dem Browsermarkt 20-30% betragen, Tendenz steigend.

Nicht ganz so bekannt wie Firefox ist das E-Mail-Programm Thunderbird. Dennoch ist seine Verbreitung groß genug, um es nicht einfach abzustoßen wie ein faules Stück Haut. IT-News-World, wo eingangs verlinkter Artikel zu lesen ist, meint die wahre Antwort zu kennen. Wenn sie wahr ist, ist sie sicherlich spektakulär. Dem Artikel zufolge steckt Google dahinter. Google, das sich ja immer deutlicher als einziger ernstzunehmender Konkurrent zu Microsoft profilieren will, unterstützt aus ebendiesem Grund die Entwicklung des Firefox-Browsers. Das ist übrigens keine bloße Behauptung. So optimiert Google Suchergebnisse im Firefox-Browser, und Nutzer des Microsoft-Browsers MS Internet Explorer bekommen beim Aufruf der Google-Startseite schon mal Werbung für Firefox eingeblendet.

Als Gegenleistung dafür, so vermutet IT-News World, verlangt Google nun, dass Mozilla in Zukunft nur noch Web-Software anbietet. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil Google die „Webifizierung“ des Internets massiv vorantreibt. Google Docs soll die Alternative zur Desktop-Anwendungswelt von Microsoft Office werden, Google Groups soll die alter NNTP- und Newsreader-Welt überflüssig machen, und Google Mail tritt an, um E-Mail-Programme aus dem Rennen zu werfen. Wie also sollte Google einen Software-Anbieter unterstützen, der unter anderem auch ein zumindest nicht völlig unbekanntes Mailprogramm vertreibt?

Die Mutmaßungen von IT-News World sind zwar nicht belegbar, doch von der Hand zu weisen sind sie auch nicht. Mozilla kämpft weiter um wichtige Prozente im Browser-Markt. Ob man das Thunderbird-Projekt nun abstoßen will, um sich stärker auf die Weiterentwicklung des Firefox-Browsers zu konzentrieren, oder ob dies nur die offizielle Lesart eines Drucks ist, der in Wirklichkeit von Google ausgeht? Eins ist jedenfalls sicher: das allmähliche Sterben der klassischen Internet-Dienste geht weiter, weil sie durch leistungsstarke Webanwendungen und verändertes Nutzerverhalten (Flatrates) verdrängt werden. Web-Browser werden zur nächsthöheren allgemeinen Anwendungsschicht jenseits des Betriebssystems. Es ist kein Problem, wenn sie zwei Drittel des Arbeitsspeichers für sich alleine beanspruchen. So viel andere Anwendungen benötigt der konsequente Weblife-Mensch ja nicht mehr. Mozilla und Google haben diesen Trend jedenfalls erkannt. Google wohl schon länger, und Mozilla mittlerweile auch. Ob Google bei dieser Einsicht nachgeholfen hat, bleibt offen.


Montag, 16. Juli 2007

Wertvolle Tippfehler

Falsch geschriebene Wörter können sehr einträglich sein. Das gilt besonders für Zeichenfolgen, die sich nur ganz knapp von einem sehr bekannten Domain-Namen unterscheiden. Eine solche Domain ist beispielsweise flicker.com. Welcher Normalo weiß denn schon, dass man beim Original Flickr das e absichtlich ausgespart hat, um — nun ja, es darf gemutmaßt werden. So bekommt also flicker.com eine Menge Zulauf, und nicht wenige scheint es in den Fingern zu jucken, diese segensreiche Falschtipper-Domain für teueres Geld zu erwerben.

Am meisten Traffic hat natürlich Google, und der Name lädt ja geradezu ein zu Ideen. Nun hat hat sich Google wie einige andere große Anbieter durchaus abgesichert. So führt die Eingabe von www.gooogle.com (mit drei o) per Redirect zum Original. Das stört diejenigen, die sich verkäuflichen Traffic durch Falschtipper erhoffen, allerdings wenig. Es könnte ja sein, dass beim einen oder anderen User das o klemmt. Und deshalb gibt es goooogle.com mit vier o. Klar, dass das noch weiter geht. Aber wer da glaubt, gooooogle.com mit fünf o sei der nächste Trittbrettfahrer, der irrt. Diese Domain führt wieder zur Originalseite von Google. Der nächste Geier hat sich sich erst wieder bei goooooogle.com mit sechs o angesiedelt. Sieben, acht und neun o funktionieren natürlich auch. Danach hatte ich keine Lust mehr weiterzuforschen.

Wer nach dem Unternehmen von Bill Gates sucht und zur Deutschtümelei neigt, landet bei mikrosoft.de. Immerhin gibt es dort ein bislang offenbar unabgemahntes Forum zu Windows-Produkten. Ganz typisch dagegen wieder jeise.de — ein paar Pseudo-Links, aber das Wesentliche ist, dass das j als direkter Tastaturnachbar des h dem Domain-Inhaber derzeit 500 Euro wert ist. Vermutlich hat er sich schon mal mehr ausgerechnet. Anwältin Traude Geise könnte sicher das Gleiche verlangen, aber sie heißt wirklich so und darf ganz legitim von Vertippern in der URL-Zeile profitieren.

Neuerdings sind ja auch Zeichen jenseits von a-z in Domainnamen erlaubt. Auch das haben sich einige Spezialisten bereits zunutze gemacht. Denn wie tippt Dummdoofie auf der Suche nach EBay: nein, nicht etwa ebäi.de, man kann ja schließlich Englisch: also ebäy.de. Dummdoofie bekommt, was er/sie vermutlich ohnehin gesucht hat: Klingeltöne fürs Handy.

Domainnamen sind billig geworden. Da lohnt es sich, gleich viele zu reservieren. So führen etwa so unterschiedliche Vertipper wie selfhmtl.org und wckipedia.de zweifellos zum gleichen Mafioso. Es darf angenommen werden, dass er einige hundert solcher Domains besitzt. Insgesamt eine knallbunte bis aschgraue Web-Unterwelt also, bei der man einiges Lustiges erleben kann. Wer nun Lust bekommen hat, nach anderen möglichen Vertippern zu forschen, dem sei aber geraten, im Browser die Sicherheitsstufe zu erhöhen. Denn gerade auf Trittbrettfahrer-Seiten ist die Gefahr besonders groß, sich Spyware einzuhandeln!


Sonntag, 24. Juni 2007

Gmail und Germany

Lebenslang sollten sie gültig sein, die E-Mail-Adressen der Deutschen Post, mit der schönen Endung @epost.de. Doch schon nach zwei oder drei Jahren kam das Aus: Unrentabel sei der Service, so das deutsche Vorzeige-Unternehmen mit dem immer noch halbstaatlichen Versorgungsnimbus. Also mussten die Deutschen doch bei anderen, kommerziellen und erfolgreicheren Mailprovidern anheuern. Viele etwa bei GMX, Yahoo oder Web.de. Und schließlich kam Google daher, bot einen Mail-Service namens Gmail alias™ Googlemail an, der kostenlos war, bei dem in den Mails keine nervige Werbung mitverschickt wurde, wo man vergleichsweise üppige zwei und mehr Gigabyte Speicher hatte, der sowohl mit einer neuartigen, Ajax-basierten Web-Oberfläche als auch via POP3 mit normalen Mail-Clients nutzbar war, und mit dessen Account man nebenbei noch all die anderen Services von Google nutzen konnte, vom Kalender über Bookmarks, Notebook, Groups bis hin zu einem eigenen Blog bei Blogger.com.

Doch nun droht Google, seinen Mail-Service zu schließen. Nicht überall und nicht aus Rentabilitätsgründen, nein, sondern nur in Deutschland. Der Grund: ein deutscher Minister namens Wolfgang Schäuble, dessen eindeutig erkennbarer Wunsch ein Überwachungsstaat als Mittel zur Bekämpfung unerwünschten Elementen ist, will ein “Gesetz zur Überwachung des Telekommunikations- und Datenverkehrs im Internet” durchdrücken, das mit den Anonymitätsgrundsätzen von Google Mail nicht mehr vereinbar ist. Natürlich nicht nur mit Google Mail nicht. Google ist nur der erste Provider, der reagiert hat. Andere werden folgen. Millionen von E-Mail-Konten könnten gelöscht werden, Terabytes persönlicher Daten könnten verlorengehen. Im Grunde muss jede Internet-Plattform und jeder Internet-Service für deutsche Staatsbürger unerreichbar werden, die irgendeine Art von Kommunikation mit anderen Internet-Nutzern ermöglicht, wobei nicht eindeutig identifizierbar ist, welcher Bürger da mit welchem anderen kommuniziert hat.

Doch warum? Immerhin wurde die umstrittene Gesetzesvorlage bereits abgemildert. Ursprünglich sah sie nämlich sogar vor, dass man E-Mail-Adressen nur noch gegen Identifikation wie etwa durch persönliche Vorlage von Personalausweis, Rentenversicherung(?) oder Fingerabdruck(?) erhalten sollte. Und außerdem steckt hinter dem Gesetzesentwurf eine EU-Vorgabe. Was also läuft speziell in Deutschland schief, dass Google solche Drohungen nur für dieses Land ausstößt? Und dann ist da bei manchen Internet-Hardlinern noch diese Doppelverwirrung. Einerseits ist Google für sie das Böse schlechthin auf Erden, wo alles über jeden gespeichert werden soll. Und nun protestiert Google mit Berufung auf seinen Anonymitätsgrundsatz? Wird man nun etwa zum Schäuble-Sympathisanten, weil man scheinbar auf seiner Seite gegen die Datenkrake Google kämpft?

Vielleicht hilft es sich bewusst zu machen, dass Google sehr wohl alles über jeden Google-Account speichert, um so Nutzungs- und Interessensprofile zu erstellen. Vorgeblich, um die Qualität der eigenen Suche sowie anderer eigener Services wie AdSense-Werbung zu erhöhen. Nach Ansicht nicht weniger Misstrauischer aber eher, um solche Profile teuer weiterzuverkaufen. Wie auch immer: am Anfang steht eine schlichte Selbstregistrierung bei Google, die keine anderen Rückversicherungen verlangt als heute üblich: selbst wählbare Werte für Benutzername und Passwort, Ausweisung als Mensch durch Abtippen einer grafischen Buchstabenkette, und Anklicken eines Bestätigungslinks, der an eine vorhandene andere Mailadresse des Registrierenden gesendet wird. Google weiß nicht, wer sich hinter dem Registrierenden verbirgt. Es ist auch kein Problem und wird von Google ohne Einwand akzeptiert, wenn eine Person sich mehrere Google-Accounts zulegt, sei es aus Gründen des persönlichen Identitätsmanagements oder einfach um mehr Mailspeicher zu erhalten. IP-Adressen werden bei Google wohl wie überall sonst auch geloggt, aber IP-Adressen sind relativ, selbst wenn sie den Zugangsprovider verraten und dieser genau protokolliert, welcher Kunde wann mit welcher IP-Adresse im Netz ist. Es kann sich jedoch um eine Router-Adresse handeln, an der etliche PCs unterschiedlicher Personen hängen. Es kann sich auch um die IP-Adresse eines Anonymizer-Services handeln, falls der Internet-Benutzer nicht möchte, dass seine echte IP-Adresse mitgeloggt wird. Es kann sich um einen Hack auf TCP/IP-Ebene handeln, wo die IP-Adressen der Datenpakete manipuliert wurden. Für Kriminelle und Terroristen ist es also kein Problem, Google-Accounts (und alle anderen, vergleichbaren Accounts bei Mailprovidern oder auch bei vergleichbaren Services wie den allseits beliebten Instant Messengern für konspirative Zwecke zu nutzen, ohne dass die Service- oder Content-Provider einen verlässlichen Bezug zu realen Personen herstellen können. Egal wie viel Google zu einem Account an Daten für seine Profilerstellung speichert.

Schäuble dagegen will diese Anonymitätsmöglichkeiten vollständig ausschalten. Seine Vorstellung ist ein Internet mit IP-Adressen, die so eisern und transparent sind wie ein deutscher Festnetz-Telefonanschluss in Zeiten vor der Telekom und des freien Telekommunikationsmarkts. Sein Wunsch sei ihm in allen Ehren gelassen. Doch von einem Minister muss man verlangen, dass er Folgen bedenken kann. Die Folge seines Wunsches ist die Abschaltung des gesamten Internets in Deutschland, nach dem Vorbild von Nordkorea vielleicht. Denn da er keinen Einfluss hat auf ausländische Server und Services, vom E-Mail-Provider bis zum Anonymizer, ist sein Feldzug nur ein lächerlicher Kampf gegen Windmühlen. Alles was er erreichen wird ist eine verheerende Schwächung von Internet-Kompetenz in Deutschland, doch keine Terroristenmail weniger wird deshalb ihren Weg durchs Netz finden. Es wird Zeit, dass die wahlberechtigte Bevölkerung erkennt, dass dieser Innenminister und seine Schargen eine ernsthafte Gefahr für das Land darstellen.

Andere Artikel, die sich mit diesem Thema befassen:

Bemerkenswerte Zitate aus anderen Beiträgen:

Flickr, vorerst kein deutsches youtube und jetzt das deutsche Gmail. Es zeichnet sich ein Muster ab. Und zwar eins, das eine deutliche Sprache spricht: Internationale Unternehmen erkennen, dass die deutsche Gesetzgebung größtenteils internetfeindlich ist. Das liegt natürlich auch zu einem Großteil an der Tatsache, dass die deutsche Legislative größtenteils internetfeindlich ist: Der deutsche Wirtschaftsminister lässt zum Beispiel das Internet bedienen. “Bundesminister für Wirtschaft und Technologie”.
(Neunetz.com: Internet: Standortnachteil Deutschland)

Mit der Registrierung wäre Googles Businessmodell in Gefahr. Sobald Google weiss, wer sich hinter einem Computer verbirgt, darf Google aus Datenschutzgründen keine Daten mehr sammeln oder aggregieren. Dies beträfe natürlich nicht nur den E-Mail-Dienst sondern alle Goolge-Dienste. In der Schweiz zum Beispiel, hätte jeder das Recht, bei Google die Offenlegung der über ihn gespeicherten Daten zu verlangen. Schlicht nicht handlebar.
(Internet-Briefing.ch: Google macht Politik - aber kein Staat)

Google hat Ahnung von Computern und was man mit diesen Daten anfangen kann, Politiker haben diese Ahnung nicht. Hier scheint eher eine Art „Hauptsache wir haben was, irgendwie können wir es schon verwenden“ Mentalität zu walten. Und Google will mich nicht überwachen. Google will mich nicht verdächtigen. Google beschuldigt mich nicht. Google gibt mir viel eher etwas zurück. Die Dienste und gleichzeitig Werbung, die vielleicht sogar ganz interessant sein kann. Bei Google habe ich nicht die Angst, mir so etwas wie einen „Bundestrojaner“ auf meinen Rechner zu laden.
(der Wendlaender: Warum wir Google vertrauen)

Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:
Internetüberwachung


Freitag, 25. Mai 2007

Studie zur Online-Werbung

Mit Werbung vollgemüllte Webseiten mag niemand, und noch weniger mögen Webanwender Seiten, deren Inhalte erst mal von großformatigen Werbe-Layern überdeckt werden. Gegen leicht erkennbare Formen von Werbung, wie Banner in Standardgrößen oder Popup-Fenster sind die meisten Anwender ohnehin längst gerüstet, indem sie Browser oder Zusatz-Tools verwenden, die dafür sorgen, dass solche Werbung gar nicht erst angezeigt wird. Wer Werbung auf Webseiten schaltet, weiß auch, dass die Klickraten seit Jahren immer stärker zurückgehen. Die Anwender haben einfach gelernt, nicht gedankenlos auf alles zu klicken, was bunt und auffällig ist.

Google probiert mit AdSense einen anderen Weg aus: möglichst dezente, textbasierte und thematisch zum jeweiligen Inhalt passende Werbung soll Verärgerung auf der Anwenderseite und zu hohe Streuung aus Sicht der Werbetreibenden vermeiden. Doch nun berichtet ein Telepolis-Artikel mit dem provokanten Titel Je mehr Online-Werbung, desto besser über eine amerikanische Studie zum Thema. Xiang Fang (Oklahoma State University), Surendra Singh (University of Kansas) und Rohini Ahluwalia (University of Minnesota) wollen herausgefunden haben, dass Werbung um so besser wirkt, je weniger sie bewusst wahrgenommen wird, und je häufiger sie auf diese Weise von der bewussten Aufmerksamkeit missachtet wird.

Nun ist das eigentlich keine besonders neue Erkenntnis. Dass Werbung nicht aufs Bewusstsein zielt, ist ein alter Hut, und dass von Immerwiederwerbung mehr hängen bleibt als von Einmalwerbung, ebenfalls. Neu ist eher, dass damit auch behauptet wird, Klickraten seien gar kein geeignetes Instrument zur Messung für den Erfolg von Werbung. Im Grunde würden also langweilige 100 mal 100 Pixel-Flächen genügen, die gar nicht als Link fungieren, und die einfach nur immer die gleichen langweiligen Sprüche, Symbole und Markennamen transportieren, und das aber, egal wohin im Web man kommt.

Anwender sollten ja gar nicht auf die Werbung achten, Werbende müssten sich nicht viel Neues einfallen lassen, und Anbieter von Webseiten müssten sich nicht mehr um Klickraten bemühen. Eine praktische Rechnung, die da mit akademischer Absicherung aufgehen soll. Das Ganze würde dann ziemlich genau so aussehen wie bei Telepolis selbst in der rechten Layout-Spalte, die mir eigentlich jetzt gerade erst aufgefallen ist ...


Samstag, 19. Mai 2007

Das Web aus Sicht von Google

So sieht es angeblich aus, das Web aus Sicht von Google. Zumindest berichtet dies das Google Operating System Blog im Eintrag The World Wide Web, as Seen by Google.

Sonderlich unbekannt wirkt das Schaubild eigentlich nicht. Vielleicht, weil es irgendwie an Eiskristalle oder Fraktale erinnert?

Bei genauerem Nachdenken ist die Grafik aber doch recht schief. Denn eigentlich schwebt Google ja nicht wie ein altbackener Gottvater über dem Netz, sondern ist ein Teil davon. Will sagen: auch Google sieht das Web nicht anders als ein Web-User, sondern nur mit viel gewaltigerer Datengefräßigkeit und mit notorischem Desinteresse am Verweilen, wie es Crawler halt so an sich haben. Demnach müsste es also irgendwo eine alles ermöglichende Sonne auf der Grafik geben, die erst einmal ihre Strahlen aussendet — das Ego von Google nämlich.

Etwas anders würde die Sache bei neueren Fütterungskonzepten für Suchmaschinen aussehen, also etwa bei Social-Bookmark-Services wie Mr. Wong oder Delicio.us, oder bei Services, die mit Hyperlink-Symbionten operieren, also etwa snap.com. Bei solchen Services wäre das Web aus ihrer Sicht eher etwas, von woher Strahlen kommend eintreffen und in einem anderen Winkel am eigenen Korpus abprallen — natürlich nicht, ohne von der eigenen Suchdatenbank erfasst worden zu sein.

Die Vogelperspektivenbilder vom Netz jedenfalls, auf denen dieses wie das Finale eines Feuerwerks oder wie ein sichtbar gemachtes Knäuel aus Synapsen und Verbindungskanälen aussieht — solche Bilder sind eigentlich nur für „Außernetzische“.


Montag, 2. April 2007

Programmierer auf der Suche nach Code

Wer selber programmiert, gerät häufig in Situationen, in denen ein konkretes Code-Beispiel nützlich wäre. Das kann beim Lösen eigener Aufgabenstellungen helfen, oder es kann zumindest etwas Licht ins Dunkel einer Funktion, einer Methode, eines Operators oder Statements bringen.

Für Programmierer auf der Suche nach Code-Beispielen bietet Google im Rahmen seiner Umorientierung auf ein semantisches Netz eine spezielle Code-Suche an. Die entsprechende Suchseite ist unter www.google.com/codesearch zu finden.

Die Code-Suche arbeitet per Default mit regulären Ausdrücken. Nun ist deren Syntax nicht jedermanns Sache, doch nur so wird wirklich präzises Suchen möglich. Allerdings sind auch literale Zeichenketten als Suchausdruck erlaubt. Dazu kommen Syntax-Möglichkeiten, um die Suche auf bestimmte Programmiersprachen oder Dateitypen zu beschränken. Die Suchmöglichkeiten sind auf der Suchstartseite erläutert.

Nehmen wir ein Beispiel. Wer schon mal mit der Funktion pack zu tun gehabt hat, weiß, dass deren Syntax und Möglichkeiten sich nicht gleich jedem erschließen. In Sprachen wie Perl ist diese Funktion jedoch beispielsweise bestens geeignet, um eine UU-Enkodierung auf eine Zeichenkette anzuwenden. In das Suchfeld von Google's CodeSearch geben wir ein:

lang:"perl" \spack\("u"

Präsentiert wird uns dieses Ergebnis. Zu jedem gefundenen Perlscript, in dem pack("u" vorkommt, werden entsprechende Code-Ausschnitte in der Ergebnisanzeige der Suchtreffer gleich angezeigt. Die gefundenen Perlscripts sind anklickbar und führen zu vollständigen Listings der jeweiligen Scripts. Darin sind die gefundenen Suchtreffer nochmals optisch hervorgehoben.

Ein zweites Beispiel: wer hier fleißig mitliest, kennt das Tutorial zu Mikroformaten. Nun mag ein solches Tutorial beim Einstieg in die Materie helfen, doch es kann sicher nicht alle Frage beantworten. Angenommen, wir möchten ein paar konkrete Beispiele zu class="dtstart" (betrifft das hCalendar-Mikfoformat) sehen. Wir geben in der CodeSearch ein:

\sclass="dtstart"

In diesem Fall haben wir auf die Angabe der Sprache verzichtet, weil sich herausgestellt hat, dass auf diese Weise mehr Ergebnisse zustande kommen. Der Grund ist, dass HTML eben auch innerhalb von Programmiersprachen wie PHP häufig als Output vorkommt.

Das Beispiel zeigt aber auch, dass die Code-Bibliothek, die Google bislang zusammengetragen hat, noch nicht so umfangreich ist, wie das wohl später einmal sein soll. Kein Wunder, denn die Code-Suche befindet sich wie viele der anderen Google-Services noch im Beta-Stadium.

Und wie sucht sich die Code-Suche ihre Listings zusammen? Zum einen durch gewöhnliches Crawling, also durch das, was der Google-Robot tut, wenn er Webseiten besucht. Weitere Listings finden ihren Eingang in das Archiv der Code-Suche durch explizites Hinzufügen. Google bietet dazu ein Formular zum Beitragen von Code an.

Die Google Code Search hat aber, als sie im Oktober 2006 online ging, auch Bedenken ausgelöst. Vor allem wenn es dem Google-Robot gelingt, an den Quelltext etwa von PHP-Scripts zu kommen, die innerhalb der Document Root eines Webservers liegen, könnten ungewollt sensible Daten in das öffentlich durchsuchbare Archiv gelangen, beispielsweise Datenbankzugangsdaten, die im Script kodiert sind. Passieren kann ein solches Versehen, wenn aus irgendwelchen Gründen Backups von Webanwendungen in Form von GZIP- oder TAR-Archiven innerhalb der Document Root abgelegt sind, oder wenn — möglicherweise nur vorübergehend — einmal die Webserverkonfiguration fehlerhaft ist und aufgerufene Scripts nicht ausgeführt, sondern im Quelltext an den aufrufenden Client ausgeliefert werden.

Wenn Sie selber glauben, über lehrreiche Listings zu verfügen, die Sie gerne mit anderen teilen möchten, dann ist die Form des Veröffentlichens über das erwähnte Formular sicher eine geeignete Form.

Lesenswert zu diesem Thema:

Und last but not least natürlich die Google Code-Suche nach Bill Gates...


Freitag, 23. März 2007

Google Grid (4): Groups

siehe auch:
(0): Google Grid
(1): Orkut
(2): Checkout
(3): Base


Diese Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1979. Denn da begann die Geschichte der Newsgroups im Usenet. Das Usenet und andere, später hinzugekommene Newsgroup-Netze verwenden eigentlich ein spezielles Internetprotokoll namens NNTP, und zur Nutzung ist ein NNTP-Client erforderlich, ein sogenannter Newsreader. Das typische Usenet-Publikum hatte zunächst auch wenig mit dem typischen Web-Publikum gemein. In akademischen Kreisen enstanden, entwickelte es im Laufe der Jahre ein eigenes Regelwerk für die Kommunikation. Als in den 90er Jahren das Web seinen Siegeszug begann, war das Usenet schon lange eine etablierte Institution und pflegte eine gewisse Abschottung gegenüber diesem „neumodischen“ Web.

Das Web war also noch jung, als eine texanische Internet-Firma namens Deja News 1995 erstmals das riesige Forumsarchiv des Usenet über HTTP in HTML-Form auslieferte. Damit wurden die Inhalte des Usenet im Browser zugänglich. Zwar konnten Web-Benutzer zunächst nur lesend zugreifen, später war es jedoch gegen Anmeldung auch möglich, Beiträge in Newsgroups übers Web zu posten. Bemerkenswert war weiterhin, dass über Deja News das gesamte Usenet-Archiv im Volltext durchsuchbar war. Außerdem gehörten die News-Server von Deja News zu den ersten im Usenet, die alle Daten dauerhaft speicherten.

Deja News wurde jedoch wenige Jahre später ein Opfer der Dotcom-Blase. Unbeliebt machte sich der Anbieter etwa dadurch, massiv Werbung in der Web-Schnittstelle zum Usenet einzublenden. Dazu kamen Verwicklungen in rechtliche Auseinandersetzungen mit Newsgroup-Teilnehmern, die nicht wollten, dass ihre zumeist unter regulärem Namen geschriebenen Beiträge öffentlich zugängliche und auffindbare Inhalte im Web wurden.

Im Jahr 2000 wurde das Deja-News-Archiv vom Netz genommen. Der Datenbestand, der etwa eine halbe Milliarde News-Beiträge umfasste, wurde von Google aufgekauft. 2001 startete Google die Neuauflage der Deja-News-Idee. Die Google Groups waren geboren. Neben dem Archiv des Usenet wurden dort auch Diskussionsarchive anderer Netzwerke zugänglich gemacht, beispielsweise vom FidoNet oder die öffentlichen Newsgroups von Microsoft.

Wer nur lesen möchte, kann ohne Anmeldung über die Startseite der Google Groups seine Recherchen starten. Dank der Suchtechnik von Google sind Usenet-Beiträge auffindbar, die bis ins Jahr 1981 zurückreichen. Auf der Seite 20 Year Usenet Timeline finden Sie Direktlinks zu Diskussions-Meilensteinen der 80er und 90er Jahre, darunter ein legendäres Posting eines gewissen Tim Berners Lee, in dem dieser im August 1991 ein Projekt namens World Wide Web vorstellte.

Um über die Web-Schnittstelle von Google Groups in Usenet-Gruppen zu posten, ist ein kostenloses Google-Konto erforderlich. Allerdings sollte man wissen, dass man als Google-Web-User in Usenet-Gruppen schnell unangenehm auffallen kann. Nicht nur, weil man vielleicht die Netiquette des Usenet nicht kennt, sondern auch aus technischen Gründen. Deshalb sei jedem, der über Google Groups in echte Usenet-Gruppen posten möchte, die Lektüre von Hinweise für Google-Poster ans Herz gelegt.

2004 schließlich startete die Phase Google Groups 2. Seitdem ist ein Google-Konto nicht nur der Schlüssel zum Posten in Usenet-Gruppen übers Web, sondern ermöglicht auch das Einrichten eigener, web-basierter Foren sowie die Teilnahme an anderen Foren dieser Art. Diese reinen Web-Foren haben nichts mit dem Usenet zu tun, auch wenn sie unter der gleichen Weboberfläche in gleicher Funktionalität verfügbar sind wie die Usenet-Gruppen. Das Webkompetenz-Forum, das an dieses Blog angeschlossen ist, ist genau so ein Forum, ebenso wie mein anderes Forum Professionelle Websites.

Google ermuntert ausdrücklich dazu, eigene Groups einzurichten. Thema und Öffentlichkeitsrelevanz können dabei sehr unterschiedlich sein. Vom Hobbyisten-Talk über Vereins- oder Schulgruppen bis hin zu Fachgruppen ist so ziemlich alles erlaubt. Wer eine Gruppe einrichtet, kann nicht nur das Layout der Weboberfläche beeinflussen, sondern auch wichtige Grundeinstellungen vornehmen. So ist beispielsweise in mehreren Stufen skalierbar, wer lesend und schreibend auf die Gruppe zugreifen kann. Auch abgeschottete Gruppen, in die nur ausdrücklich eingeladene Mitglieder kommen, und deren Inhalte nach außen hin überhaupt nicht sichtbar sind, lassen sich einrichten. Ein weiteres, in jüngster Zeit dazugekommenes Features der Google Web-Foren ist die Möglichkeit, Webseiten (Beispiel) und Download-Dateien (Beispiel) innerhalb von Gruppen verwalten zu können. Dabei ist wiederum einstellbar, wer solche Inhalte beitragen kann und wer nicht. Google Webforen eignen sich also durchaus auch für Arbeitsgruppen, deren Mitglieder sich über gemeinsame Dokumente oder anderes Material wie Grafiken, Videos usw. austauschen wollen.

Eine schöne neue, obendrein kostenlose und weitgehend werbefreie Kommunikationswelt stellt Google der Welt damit zur Verfügung. Warum aber das? Ist es allein die Google Ethik, die da die Welt umarmen will? Indem sie das Google-Konto nutzen, gehören die Google Groups zum Google Grid. Wir erinnern uns: über Orkut erfährt Google eine Menge über persönliche Beziehungen eines Account-Inhabers, über Checkout eine Menge über Kauf- und Konsumgewohnheiten der gleichen Person, und über Base werden Anzeigen und Inserate dieser Person gespeichert. Über die Groups lässt sich sehr einfach ermitteln, welche fachlichen, beruflichen und privaten Interessen die Person verfolgt, welche politischen Ansichten sie hat, und wie es um ihr Kommunikationsverhalten bestellt ist. Nehmen wir zum Beispiel unser geschätztes Webkompetenz-Gruppenmitglied Wilhelm Turtschan (bei dem darf ich das ;-). Ohne viel Aufwand ist in Erfahrung zu bringen, wo und wann Wilhelm was gepostet hat im Reich der Google Usenet-Gruppen und der Google Web-Foren. Und was jeder Benutzer kann, kann analysierende Software erst recht.


Dienstag, 20. März 2007

Gepflegter Start ins Web

Fast jeder, der einen Web-Browser benutzt, hat sich schon mal mit dem Thema beschäftigt, was eigentlich beim Aufruf des Browsers im Anzeigefenster erscheinen soll. Nur in größeren Unternehmen und Organisationen meist nicht, denn dort ist die Intranet-Adresse schon voreingestellt und kann oder sollte nicht geändert werden. Die übrigen Browser-Benutzer stellen sich meistens about:blank (leere Seite) oder so etwas Allgemeines wie die Google-Suchseite als Startseite ein. Nur wenige überlegen sich kreativere Lösungen.

Eine davon besteht darin, sich eine genau für diesen Zweck geschaffene, personalisierte Seite im Web als Startseite einzustellen. Bleiben wir bei Google. Wer sich einen Google-Account einrichtet, kann sich eine personalisierte Google-Suchseite einrichten, also die Google-Suchseite um Module seiner Wahl erweitern, z.B. um aktuelle Wetterinformationen, um neueste News, um ein Suchfeld für Wikipedia und vieles mehr. Aus mehreren hundert Angeboten kann man auswählen, welche davon man als kleine Box auf seiner persönlichen Google-Suchseite haben möchte.

Personalisierte Google-Suchseite
Personalisierte Google-Suchseite

Wer seine Browser-Startseite, die ja schließlich auch bei jeder Flucht aus dem Hyperspace (der gute, gute HOME-Button, wie oft hat er mir schon aus Sackgassen geholfen!) erscheint, etwas durchgestylter wünscht, sollte sich einmal den Service Netvibes näher ansehen. Einfacher geht es kaum: man ruft die Seite auf, und schon kann man anfangen, sich die angebotenen Boxen zurechtzuschieben, Einstellungen vorzunehmen usw. — völlig ohne Anmeldung. Der Service arbeitet auf dieser Ebene allein mit Cookies und mit viel Ajax. Eine durchaus gelungene Alternative zu all den Services, die für jede Kleinigkeit das Anlegen eines Accounts erfordern.

Sofort anpassbare und editierbare Netvibes Startseite
Sofort anpassbare und editierbare Netvibes Startseite

Wegen der Cookies sind die Einstellungen einer personalisierten Seite bei Netvibes erst mal nur für den aktuell benutzten PC verfügbar. Um die eigene Seite auch von anderen Zugängen aus, etwa aus einem Internet-Café nutzen zu können, kommt man um eine Anmeldung nicht herum. Denn erst so können die Daten auch serverseitig gespeichert werden. Wem das Default-Layout nicht zusagt, der kann in den Einstellungen auch ein anderes Theme auswählen.

Während die personalisierte Startseite bei Google eher ein buntes Allerlei ermöglicht, welches die eigentliche Seitenfunktion, nämlich die Websuche, ergänzt, liegt der Schwerpunkt bei Netvibes stärker auf integrierbaren Newsfeeds, Podcasts und Ähnlichem. Wer jedoch sucht, wird auch dort zahlreiche exotische, einbindbare Module finden, so etwa den Speiseplan der Mensa Esslingen. Kein Wunder, denn die Programmierschnittstelle von Netvibes ist offen dokumentiert und jeder der kann darf eigene Module entwickeln.

Google bietet allerdings ebenfalls eine Dokumentation seiner Programmierschnittstelle für Module der personalisierten Startseite an. Dort werden die Module als Gadgets bezeichnet.

Sich eine gepflegte persönliche Startseite fürs Web, also eine Homepage im besten Wortsinn einzurichten ist wie die beiden Beispiele von Google und Netvibes zeigen nicht mehr wie früher eine Kunst, die nur HTML-Kundigen zugänglich ist. Mit wenigen Klicks ist sie zusammengestellt und kann nützliche, dynamisch erzeugte und aktuelle Inhalte bieten. Doch auch Entwickler können nach wie vor auf ihre Kosten kommen, wenn sie bereit sind, sich mit den Programmierschnittstellen der Anbieter auseinanderzusetzen. Eigene Module für Netvibes, eigene Gadgets für Google — ein schönes Betätigungsfeld für Webentwickler von heute, die gerade nichts Besseres zu tun haben.

Und ganz frisch eingetroffen zu diesem Thema: auch T-Online bietet seinen Kunden nun eine personalisierte Startseite an. Die Adresse lautet mein.t-online.de/ (gefunden über webthreads.de).

Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:
Gepflegter Start ins Web


Montag, 19. März 2007

Blog der Google-Webmaster-Zentrale

Seit Beginn des Web-Booms und dem Durchbruch großer Suchmaschinen versuchen Anbieter von Webseiten, ihr Angebot in den Suchmaschinen besser zu platzieren, damit es dort häufiger gefunden und bei Suchtreffern möglichst weit vorne aufgelistet wird. Seit einigen Jahren hat sich für diese Spezialdisziplin der Webseitenerstellung das Akronym SEO (steht für Search Engine Optimization) herausgebildet.

Das Thema ist vielschichtiger als man auf den ersten Blick meinen könnte. Dass ordentlich strukturiertes HTML dazugehört, wissen die meisten wohl. Einige haben vielleicht auch schon von dem ewigen Wettrüsten gehört: Seitenanbieter versuchen mit immer neuen, teilweise unlauteren Tricks bessere Suchmaschinenplatzierungen zu erzielen, und die Suschmaschinen selber erkennen immer mehr dieser Tricks. Wer bei Google auf diese Weise auf die schwarze Liste gerät, läuft Gefahr, komplett aus dem Suchindex ausgeschlossen und überhaupt nicht mehr als Suchtreffer aufgelistet zu werden.

Allein schon die Menge von Blogs zum Thema SEO ist imposant. Im Zentrum der Reflexionen steht verständlicherweise die Suchmaschine von Google, da diese einen geschätzten Verbreitungsgrad von etwa 90% unter den derzeit etwa 1,1 Milliarden Internet-Nutzern des Planeten Erde hat. Nun gibt es natürlich die Google-Richtlinien für Webmaster, doch was dort an Tricks verraten und an Maßnahmen empfohlen wird, ist für SEO-Spezialisten nur kalter Kaffee.

Andererseits wird im Bereich SEO so viel gefährlicher Irrglaube verbreitet und teilweise sogar teuer verkauft, dass „offizielle Quellen“ möglicherweise wertvoller sind als kaum nachprüfbares Vermutungswissen. Die eigentliche Rezeptur, also nach welchen Kriterien in welcher Gewichtung Suchtreffer bei Google zustande kommen, wird bei den Mountain Viewern nämlich so geheim gehalten wie in Atlanta die Mixtur für Coca Cola.

Eine interessante Ergänzung zu den bekannten Google-Richtlinien für Webmaster könnte deshalb das kürzlich gestartete Blog der Google-Webmaster-Zentrale sein. Zwar ist auch dort nicht mit der Offenlegung des Google Algorithmen-Mix zu rechnen, doch SEO-relevante Zusatzinformationen aus erster Hand dürfen durchaus erwartet werden. Eine englischsprachige Version des Blogs gibt es bereits seit August 2006. Die deutschsprachige Version soll zunächst vor allem übersetzte Artikel der englischsprachigen Version anbieten, doch nach und nach auch ein Eigenleben entwickeln. So jedenfalls geht es aus dem Blog-Eröffnungsbeitrag hervor.


Mittwoch, 7. März 2007

Google Grid (3): Base

Der Service Google Base ist hierzulande noch relativ unbekannt, zumindest unter der breiten Masse der Konsumenten und Interessenten. Die meisten von ihnen kleben noch an bekannten Anzeigenmärkten der ersten Generation, deren Inhalte nicht anders aussehen als die Mini-Anzeigen in gedruckten Zeitschriften, und bei denen sowohl Inserenten als aus Interessenten gleich zur Kasse gebeten werden. Unverständlich, will man meinen, wo doch Google Base völlig kostenlos ist sowohl für Anbieter als auch für Interessenten.

Und Google Base hat durchaus interessante Konzepte. Um ein einzelnes Inserat zu erstellen, wählt man einen Artikeltyp aus, kann aber auch einen eigenen Artikeltyp kreieren. Base eignet sich beispielsweise zum Inserieren von Produkten oder Immobilien, für Veranstaltungsankündigungen (das kann auch die private Party sein), für Kontaktanzeigen, oder einfach zum Veröffentlichen eigener Kochrezepte oder Ausgehtipps. Die Palette ist sehr breit gefächert — für die nötige Sauberkeit des Gesamtangebots sollen die Google Base-Programmrichtlinien helfen.

Abhängig vom gewählten Artikeltyp stellt die Plattform verschiedene typspezifische Datenfelder zur Verfügung. Diese Datenfelder sind aus Suchmaschinensicht besonders wichtig, da sie gezieltes, feldspezifisches Suchen ermöglichen. In jedem Fall aber gehört auch ein großes Freitextfeld dazu, in dem man im Wysiwyg-Modus HTML-formatierte Inhalte eingeben kann. Außerdem lassen sich eine ganze Reihe von Bildern zu jedem Inserat hochladen, z.B. Prodkuktfotos. Darüber hinaus ist auch das Erstellen von Serieninseraten ausdrücklich erlaubt. Google Base bietet dazu eine XML-Schnittstelle an. Händler können auf diese Weise ganze Produktpaletten inserieren, und zwar so, dass jedes Produkt einzeln vorgestellt wird. Sogar eine API bietet Google an, um Händlern, die eigene Shops hosten, die Möglichkeit zu bieten, ihre Produktseiten über Google Base direkt auffindbar zu machen. Diverse Händler machen von letzterer Möglichkeit offenbar bereits Gebrauch, denn zahlreiche Suchtrefferlinks innerhalb von Google Base führen nicht zu Google-Base-Seiten, sondern zu Produktseiten in Händler-Shops.

Allerdings macht Google Base, das seit November 2005 verfügbar ist, sich aber noch im Betastadium befindet, gegenüber vergleichbaren Services wie etwa dem Heisetreff einen eher vernachlässigten und unaufgeräumten Eindruck. Um Artikel in Google Base veröffentlichen zu können, benötigt man außerdem einen allgemeinen Google Account, also einen Zugang, über den Google einen auch beim Nutzen anderer Google-Services wiedererkennt. Und genau da wird wieder der Google Grid sichtbar. Wir erinnern uns: über Orkut erfährt Google eine Menge über persönliche Beziehungen eines Account-Inhabers, und über Checkout eine Menge über Kauf- und Konsumgewohnheiten der gleichen Person. Wer unter gleichem Account in Google Base publiziert, verrät Google weitere Details. Von mir weiß Google dank Base jetzt beispielsweise, dass meine Frau ihr früheres Haus verkaufen will.


Freitag, 2. März 2007

Google Grid (2): Checkout

PayPal kennt man, zumindest wenn man EBay nicht nur vom Hörensagen her kennt. Dank des Auktionsriesen hat sich PayPal bereits zu einem Quasi-Standard für rasche Online-Bezahlung entwickelt. PayPal fungiert zwischen Käufer und Verkäufer als unabhängige Zahlungsschnittstelle. Es müssen weder Bankverbindungsdaten ausgetauscht noch Zahlungsweisen ausgehandelt werden. PayPal übernimmt gegen einen Transaktionszins die Abwicklung. Zahlt ein Käufer über PayPal, erscheint der bezahlte Betrag im Paypal-Konto des Verkäufers ohne Verzögerung. Das erlaubt beispielsweise deutlich schnellere Lieferungen — in vielen Branchen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor.

PayPal hat über 100 Millionen Kunden, und als Partner von EBay, der wohl größten Massenumsatz-Zentrale im Web, muss sich PayPal eigentlich keine Zukunftssorgen machen. Doch Google lässt auch dieses Segment nicht in Ruhe und führt Google Checkout ins Rennen. Mit speziellen Konditionen versucht Google Checkout, Verkäufer für den Service zu gewinnen. So liegen die Transaktionskosten, die Google Checkout von Verkäufern verlangt, spürbar unter denen von PayPal. Besonders interessant ist jedoch die Kopplung mit dem bekannteren Service Google AdSense. Umsätze, die ein Web-Anbieter über die Schaltung von AdSense-Anzeigen auf seiner Website erzielt, kann er direkt als Guthaben für Transaktionskosten umlegen, falls er zugleich Waren verkauft und dabei Google Checkout als Bezahlsystem anbietet.

Aus Käufersicht ist ein Google-Checkout-Konto genauso unproblematisch wie ein PayPal-Konto. Wer über eine Registrierung bei Google verfügt bzw. eine E-Mail-Adresse bei Google Mail hat, kann Google Checkout sofort nutzen. Nun reden wir ja hier vom Google Grid. Über einfache Checkout-Kunden, also Käufer, erfährt Google nicht nur deren Bankverbindungsdaten und/oder Kreditkartennummern. Auch sämtliche Einkäufe, die solche Kunden über das Checkout-System tätigen, landen im Datenbestand des Suchmaschinenprimus. Wir resümieren: über das Social Network Orkut erhält der Grid eine Menge Input darüber, wer wen kennt und mit wem verklüngelt ist. Über das Checkout-System kommen Konsumverhalten, Produktvorlieben und Kaufgewohnheiten dazu.

Ähnlich wie Orkut scheint Google aber auch bei Checkout derzeit noch nicht das volle Potential ausschöpfen zu wollen. Mit einem Link auf der Startseite der Websuche, die 90% aller Webanwender fast täglich benutzen, würde sich das vermutlich schlagartig ändern. Bei all den Services des Grid versucht man offensichtlich, diese erst in Ruhe und mit einer Art "Beta-Publikum" reifen zu lassen, was sicherlich auch vernünftig ist. Der Schritt zur offenen Kampfansage gegen etablierte Riesen wie PayPal im Bereich des Online-Payments oder MySpace im Bereich der Social Networks will wohlüberlegt sein, denn mehr als eine Anlaufchance wird es wohl nicht geben.


Sonntag, 25. Februar 2007

Google Grid (1): Orkut

Orkut (Wikipedia-Artikel/Web-Portal) ist eine Web-Plattform zum Finden von Freunden und Bekannten, zur Kontaktpflege und zum gemeinsamen Datenaustausch. Neu ist diese Idee nicht, und obwohl Orkut schon viele Millionen Nutzer hat (derzeit nach eigenen Angaben über 44 Millionen), ist es „gefühlt“ deutlich unbekannter als der bekannteste Vertreter dieser Plattformen: MySpace (Wikipedia-Artikel/deutsches Web-Portal). Selbst die auf den deutschen Sprachraum beschränkten Lokalisten (Wikipedia-Artikel/Web-Portal) sind noch eher bekannt als Orkut. Besonders in Brasilien soll Orkut allerdings wesentlich verbreiteter sein, nachdem das dortige Wochenmagazin Época im August 2004 einen Leitartikel über die Plattform gebracht hat. Zeitweise sollen bis zu 75% aller registrierten Orkut-User aus Brasilien gekommen sein.

Worin liegt nun die Besonderheit von Orkut? Gilt die Plattform, die immerhin schon Anfang 2004 in Betrieb genommen wurde, bislang nicht eher als Verlierer gegen MySpace? Aus Einzelsicht ist das heute sicherlich der Fall. Doch Orkut gehört zum Google Grid, also zu jenem prophezeihten Netzwerk aus Google-Webplattformen, die über ein gemeinsames Login erreichbar sind, sofern man über einen Google-Mail-Account verfügt, und die allesamt an eine Suchmaschine angebunden sind, deren Monopolstellung unbestritten ist. An vielen dieser Plattformen werkelt Google derzeit noch fieberhaft, weshalb vermutet werden darf, dass die Bewerbung des gesamtes „Grid“ von Google noch lange nicht im vollen Umfang forciert wird. Wenn erst einmal die Standardseite der Google-Websuche direkte Links zu Orkut und den ganzen übrigen Google-Plattformen anbieten sollte, würden sich deren Verbreitung und Bekanntheit vermutlich schlagartig vervielfachen.

Über Orkut erfährt Google, wer wen zu seinen Freunden und Bekannten zählt, welche Hobbies und Interessen jeder Einzelne verfolgt. Nicht, dass diese Informationen bald offen in der Google-Websuche präsentiert würden. Doch das „shared Login“ ermöglicht es Google, Orkut-Profildaten, E-Mails, Kalender, Google-Group-Aktivitäten, Picasa-Webalben, Google-Base-Inserate und zahlreiche andere Aktivitäten bei Google-Services einer Person zuzuordnen. Das dadurch entstehende Raster toppt vermutlich alles, was sämtliche Behörden, Banken und Versicherungen über die gleiche Person gespeichert haben.

Eine gute Übersicht zur Anwendungsstruktur speziell von Orkut bietet Lars Kasper. Bereits aus dem Gründungsjahr 2004 stammt ein Telepolis-Artikel über Orkut. Wer sich intensiver mit den Entwicklungen rund um Orkut befassen möchte, dem sei das englischsprachige Weblog Inside Orkut empfohlen.


Montag, 19. Februar 2007

Google Grid (0)

Kenner wissen Bescheid, einige wahrscheinlich schon seit 2004, als das Flashmovie meinen Recherchen zufolge erstmals im Web erschien. Es war ja schließlich auch das Jahr, in dem alles begann (will man dem Flashmovie glauben). Wer jetzt noch nicht weiß, wovon hier die Rede ist, sollte sich erst mal eine Weile Zeit nehmen und das Flashmovie auf sich wirken lassen. Folgende Varianten stehen zur Auswahl:

Das Google-EPIC-Movie schlug in der Szene bereits hohe Wogen und sorgte für einigen Diskussionsstoff. Bis Google EPIC (EPIC steht für Evolving Personalized Information Construct) über die Welt hereinbricht, bleiben jedoch noch sieben Jahre, will man wieder dem Flashmovie glauben. Seit 2006 jedoch gibt es der Vision zufolge Google Grid. In der Realität trägt zwar nichts von Google diesen Namen, doch wenn man sich einmal näher mit den ganzen neueren Services von Google auseinandersetzt, kann man sich durchaus an ein Raster (grid) im Sinne der Rasterfahndung erinnert fühlen.

Grund genug, die Services, die zum Grid gehören, einmal im Kontext ihrer Zusammengehörigkeit zu betrachten. Den Anfang wird demnächst Google Grid (1): Orkut machen.


Donnerstag, 15. Februar 2007

Google-Mail ohne Einladung

Vor fast drei Jahren, im April 2004, startete Google seinen Freemail-Service Gmail. Wegen eines Markenrechtsstreits wurde der Service mittlerweile in Google Mail umbenannt.

Der Service machte von Beginn an durch diverse Besonderheiten auf sich aufmerksam. Nicht nur der anfänglich großzügig bemessene Speicherplatz von einem Gigabyte (mittlerweile fast drei Gigabyte, wobei der Speicherplatz dynamisch alle paar Sekunden um ein paar Byte wächst) sorgte für Schlagzeilen, sondern auch die abweichenden Konzepte (die Weboberfläche von Google Mail versucht nicht, einen klassischen Mail-Client zu imitieren), der Verzicht auf eingefügte Werbung in versendeten Mails und das Nutzergewinnungsprinzip (obwohl der Service frei war, musste man von jemandem eingeladen werden, der bereits über einen Account bei Google Mail verfügte).

Diese Schranke ist mittlerweile gefallen: Wie auf More People Can Sign up for a Gmail Account berichtet wird, kann nun jeder ohne jemanden zu kennen, den man um Einladung bitten könnte, einen Google-Mail-Account einrichten. Die Seite zum Einrichten des Accounts bietet keine anderen Hürden mehr als vergleichbare Seiten anderer Freemail-Hoster.

Damit ist es nun zumindest einfacher, selbst auszuprobieren, ob man Google Mail mögen soll oder nicht. Zumindest für Anwender, die auch andere neuere Services von Google intensiv nutzen, wie Groups, Reader, Kalender, Notebook, Bookmarks, Docs, Web-Alben, Video, Base oder Alerts, ist eine Google-Mailadresse von Vorteil, da die Anmeldung für die übrigen Services problemlos übernommen werden kann.

Die durchaus faszinierende Web-2.0-Welt, die Google mit all diesen Services inklusive Mailservice derzeit fieberhaft errichtet und ausbaut, hat aber nicht nur Befürworter. Kritiker befürchten, dass Google mit all den persönlichen Daten, die dort hinterlegt werden, in Verbindung mit dem ausgereiftem Durchsuchungs-Know-How Profildaten über einzelne Anwender erstellen kann, die schon fast an eine Truman Show erinnern. Der Wikipedia-Artikel zu Google Mail eignet sich als Ausgangspunkt für eine nähere Beschäftigung mit dem Thema.


 

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