Google Grid (3): Base
Der Service Google Base ist hierzulande noch relativ unbekannt, zumindest unter der breiten Masse der Konsumenten und Interessenten. Die meisten von ihnen kleben noch an bekannten Anzeigenmärkten der ersten Generation, deren Inhalte nicht anders aussehen als die Mini-Anzeigen in gedruckten Zeitschriften, und bei denen sowohl Inserenten als aus Interessenten gleich zur Kasse gebeten werden. Unverständlich, will man meinen, wo doch Google Base völlig kostenlos ist sowohl für Anbieter als auch für Interessenten.
Und Google Base hat durchaus interessante Konzepte. Um ein einzelnes Inserat zu erstellen, wählt man einen Artikeltyp aus, kann aber auch einen eigenen Artikeltyp kreieren. Base eignet sich beispielsweise zum Inserieren von Produkten oder Immobilien, für Veranstaltungsankündigungen (das kann auch die private Party sein), für Kontaktanzeigen, oder einfach zum Veröffentlichen eigener Kochrezepte oder Ausgehtipps. Die Palette ist sehr breit gefächert — für die nötige Sauberkeit des Gesamtangebots sollen die Google Base-Programmrichtlinien helfen.
Abhängig vom gewählten Artikeltyp stellt die Plattform verschiedene typspezifische Datenfelder zur Verfügung. Diese Datenfelder sind aus Suchmaschinensicht besonders wichtig, da sie gezieltes, feldspezifisches Suchen ermöglichen. In jedem Fall aber gehört auch ein großes Freitextfeld dazu, in dem man im Wysiwyg-Modus HTML-formatierte Inhalte eingeben kann. Außerdem lassen sich eine ganze Reihe von Bildern zu jedem Inserat hochladen, z.B. Prodkuktfotos. Darüber hinaus ist auch das Erstellen von Serieninseraten ausdrücklich erlaubt. Google Base bietet dazu eine XML-Schnittstelle an. Händler können auf diese Weise ganze Produktpaletten inserieren, und zwar so, dass jedes Produkt einzeln vorgestellt wird. Sogar eine API bietet Google an, um Händlern, die eigene Shops hosten, die Möglichkeit zu bieten, ihre Produktseiten über Google Base direkt auffindbar zu machen. Diverse Händler machen von letzterer Möglichkeit offenbar bereits Gebrauch, denn zahlreiche Suchtrefferlinks innerhalb von Google Base führen nicht zu Google-Base-Seiten, sondern zu Produktseiten in Händler-Shops.
Allerdings macht Google Base, das seit November 2005 verfügbar ist, sich aber noch im Betastadium befindet, gegenüber vergleichbaren Services wie etwa dem Heisetreff einen eher vernachlässigten und unaufgeräumten Eindruck. Um Artikel in Google Base veröffentlichen zu können, benötigt man außerdem einen allgemeinen Google Account, also einen Zugang, über den Google einen auch beim Nutzen anderer Google-Services wiedererkennt. Und genau da wird wieder der Google Grid sichtbar. Wir erinnern uns: über Orkut erfährt Google eine Menge über persönliche Beziehungen eines Account-Inhabers, und über Checkout eine Menge über Kauf- und Konsumgewohnheiten der gleichen Person. Wer unter gleichem Account in Google Base publiziert, verrät Google weitere Details. Von mir weiß Google dank Base jetzt beispielsweise, dass meine Frau ihr früheres Haus verkaufen will.
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