Freitag, 30. März 2007

Single-Sign-On oder das Ende des Zugangsdatenchaos

Durch den SELFHTML-Forums-Thread Die Hölle der tausend Logins angeregt, sei dieses Thema hier mal angesprochen: Anfangs waren es bei mir und wahrscheinlich auch bei vielen anderen Usern vielleicht zwei oder drei Websites, die gegen Registrierung einen Mehrwert boten, für den sich die Registrierung lohnte. Doch die Zahl solcher Websites steigt stetig, und so sammeln sich im Laufe der Zeit Dutzende von Accounts an.

Nun weiß eigentlich jeder User, dass es unvorsichtig ist, sich überall die gleichen Zugangsdaten zu vergeben. Abgesehen davon ist das auch gar nicht immer möglich, da manche Websites bestimmte Anforderungen an Benutzernamen und/oder Passwort stellen, oder die Wunschdaten sind schon vergeben. Ebenfalls sehr unvorsichtig ist es, alle Zugangsdaten unverschlüsselt auf dem eigenen Rechner abzulegen. Nun gibt es Programme wie den Passwort-Tresor, die sich dessen annehmen. Der Vorteil solcher Programme ist, dass sie nicht nur Web-Accounts speichern, sondern auch Mail-Accounts, Internetzugangsdaten usw. Der Nachteil von Programmen wie dem Passwort-Tresor ist, dass die Daten alle eingepflegt werden müssen, dass das Programm ständig aktiv sein muss, um die Daten schnell parat zu haben, und dass es auf allen Rechnern an allen Orten laufen müsste, über die man die Zugänge benötigt. Web-Browser unterstützen ja ebenfalls das formularabhängige, verschlüsselte Speichern von Zugangsdaten. Doch wehe, diese Daten, von denen kaum ein User weiß, wo der Browser sie speichert, gehen versehentlich verloren, oder eine Website ändert ihren Domainnamen oder Feldnamen ihrer Login-Formulare — schon ist der Zugang verschlossen. Und auch diese Lösung ist rechnerabhängig.

Die wenigen Glücklichen, die über ein fotografisches Gedächtnis verfügen und all ihre Zugangsdaten jederzeit direkt aus dem Kopf abrufen können, lassen wir mal außen vor. Für alle anderen könnte sich eine weitere Möglichkeit durchsetzen. Diese ist zunächst etwas komplizierter und noch nicht so bekannt, dafür aber zeitgemäß, denn sie arbeitet internet-serverseitig. Zusammengefasst werden die dazu existierenden Ansätze unter dem Begriff Single Sign-On.

Allerdings wird die Bezeichnung „Single Sign-On“ häufig nicht so universell verwendet, wie sie gemeint sein könnte, sondern nur innerhalb eines mehr oder weniger geschlossenen Verbundsystems. So bietet etwa Google ein Single Sign-On für Google Mail, Google Groups, Google Docs, Google Reader und andere Services an. Österreichischen Schülern ist womöglich das Single Sign-On von SbX bekannt, über das der Zugriff auf diverse geschützte Inhalte von Schulbuchverlagen möglich ist. In der universellen Bedeutung ist mit „Single Sign-On“ jedoch nichts Geringeres gemeint als ein Zugang für völlig verschiedene Webangebote, die rein gar nichts voneinander wissen müssen. Das einzige, was sie gemeinsam haben müssen, ist, dass sie die gleiche Single-Sign-On-Schnittstelle unterstützten.

Es gibt verschiedene Lösungsansätze dafür. Die vielleicht bekannteste ist OpenID, das speziell in Europa stark promoted wird. Eine vergleichbare Lösung ist Shibboleth, das für das etwas aus dem Gerede gekommene Internet 2 (jaja, die 2er-Version gabs schon lange vor „Web 2.0“) entwickelt wurde. Dementsprechend ist Shibboleth eher im Bereich von Bildungseinrichtungen verbreitet. Wie auch der zum Thema lesenswerte Blog-Beitrag Sieben Argumente für und gegen OpenID betont, scheint sich die Lösung von OpenID derzeit am ehesten durchzusetzen.

OpenID und vergleichbare Lösungen setzen auf einen sogenannten Identitätsprovider. Bei OpenID wird dieser als OpenID-Provider bezeichnet. Benutzer „hinterlegen“ beim Identitätsprovider ihre echte Identität. Zu den hinterlegten Daten gehört auch eine persönliche URL-Adresse. Ist ein Benutzer bei seinem Identitätsprovider eingeloggt, genügt zum Login bei einer anderen Website, die OpenID unterstützt, die Angabe der persönlichen URL-Adresse. Die Authentifizierung wird dann durch eine Hintergrundkommunikation zwischen der Website, an der sich der Anwender gerade anmelden will, und seinem Identitätsprovider geregelt.

Völlig ausgereift scheint der Ansatz noch nicht zu sein, und von Webanwendungen verlangt er natürlich, dass deren Authentifizierungs-Prozess die OpenID-Schnittstelle unterstützt. Für gängige Webanwendungs-Programmiersprachen gibt es bereits OpenID-Code-Bibliotheken (Beispiel: PHP).

Wer des Englischen mächtig ist, findet im OpenID Screencast von Simon Willison eine anschauliche Einführung in Wort und Bild. Danke für diesen Tipp an Tim Tepasse, der im eingangs erwähnten SELFHTML Forums-Thread ebenfalls zu OpenID Stellung genommen hat.


Donnerstag, 29. März 2007

Hypertext (1): Text und Linearität

Text wird „der Reihe nach“ geschrieben und gelesen. Alle Schriftkulturen kennen eine Schreibrichtung, sei es von links nach rechts Zeile für Zeile, von rechts nach links Zeile für Zeile, oder von oben nach unten Spalte für Spalte. Die Schriftzeichen sind also in einer bestimmten Richtung linear angeordnet.

Man kann das als natürliche Linearität bezeichnen. Denn Linearität auf dieser Ebene entspricht der gesprochenen Sprache. Auch beim Sprechen ist es nicht möglich, alles auf einmal zu sagen. Je komplexer etwas zu Sagendes ist, desto wichtiger ist es sogar, „der Reihe nach“ zu erzählen, damit das Gesagte verständlich ist. So wie Sprechen natürlicherweise in der Zeit stattfindet, benötigt Schreiben natürlicherweise Raum zur Darstellung.

Neben der natürlichen Linearität gibt es jedoch noch eine andere Linearität, die medienabhängig ist. Vor allem die Kultur des Buches, in der wir alle noch mehr oder minder stark verwurzelt sind, hat ein solches Medium geschaffen. Ein Buch besteht aus zusammengebundenen Seiten. Es kann sehr viel Text enthalten. So viel Text, dass die gesamte Textmasse in aller Regel in Abschnitte, Kapitel, Unterkapitel usw. aufgeteilt wird. Dabei erwecken viele Bücher den Eindruck, als ob die einzelnen Textbereiche genau in der Reihenfolge angeordnet sein müssen, in der sie im Buch erscheinen. Die meisten Leser folgen auch tatsächlich der vorgegebenen Reihenfolge, ohne sie in Frage zu stellen. Sie vertrauen sich also der vorgegebenen Reihenfolge der Textbereiche an.

Angesichts dessen ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch elektronische Medien zunächst vergleichbar dem Buch „linear“ konzipiert wurden: klassisches Radio und Fernsehen übertragen ihre Inhalte ebenso linear wie ein Buch. Das Angebot besteht aus Programmen, die aus Sendungen bestehen. Sendungen haben meistens einen internen Ablaufplan, z.B. wann welcher Song gespielt wird, wann welches Interview gesendet wird usw. All das wird an einer Zeitlinie ausgerichtet, die ebenso linear ist wie die Seiten eines Buches.

Zeitliche und räumliche Linien dieser komplexeren Art sind jedoch nur medienbedingt zwingend. Es gibt keinen inhaltlichen Grund dafür, warum Nachrichten zur vollen Stunde beginnen, oder warum ein Computerfachbuch zuerst PHP behandelt und anschließend MySQL. In den meisten Fällen werden allenfalls Gründe „linear“, um so etwas sinnvoll oder zweckmäßig erscheinen lassen.

Die natürliche Linearität bei Texten steht also außer Frage. Wie „lange“ eine solche natürliche Textlinie ist, hängt vom Inhalt des Textes ab. Eine lange Geschichte besitzt eine umfangreiche natürliche Linearität, während eine einzelne Nachricht aus wenigen Sätzen besteht. Medienbedingte Linearität ist demgegenüber häufig nicht inhaltlich begründbar. Durch dominierende Medien wie Buch, Radio und Fernsehen sind wir die medienbedingte Linearität einfach nur so sehr gewöhnt, dass wir ihr in der Regel ohne Murren folgen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte keimte jedoch die Erkenntnis, dass sich viele Inhalte auch für nicht-linear organisierte Medien eignen.

Strukturierte Texte als Basis für Hypertext

Stark strukturierte Bücher, besonders Sachbücher, enthalten typischerweise Abschnitte, Kapitel und Unterkapitel. Der Fließtext enthält diverse Querverweise. Zusätzliche Informationszugänge wie Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis usw. haben einerseits Übersichtsfunktion und verführen den Leser andererseits dazu, sich in dem eigentlich linearen Medium auch mal nicht-linear zu bewegen. Es gibt sogar Bücher, die gar nicht dazu gedacht sind, von vorne nach hinten gelesen zu werden: Lexika beispielsweise, oder Bücher mit Kochrezepten.

Lexikonartikel: Enzyklopädie
Quelle: Wikimedia

Es ist also durchaus möglich, sich nicht-linear in einem Buch zu bewegen. Allerdings ist es ziemlich mühsam. Viel Blättern ist nötig, um zwischen Verzeichnissen und gewünschten Textbereichen zu wechseln, oder um einem Querverweis zu folgen. Noch viel mühsamer wird es, wenn ein „Sprung“ zu einem ganz anderen Buch führen soll. Allein der Weg zu dem anderen Buch kann Tage, Wochen und Monate dauern, wenn das Buch erst bestellt oder aus einer entfernten Bibliothek geliehen werden muss.

Hypertext ist zunächst einmal nichts anderes als die Idee, Sprünge von einer Information zu einer anderen oder Sprünge von einer Übersicht zu einer bestimmten Stelle sofort ausführbar zu machen. Der Vorteil davon ist, dass der Sprung im Augenblick des spontanen Interesses erfolgt. Die zeitraubende körperliche oder geistige Energie, um den Sprung auszuführen, wird auf ein vernachlässigbares Minimum (z.B. einen Mausklick) reduziert. Um solche Sprünge zu ermöglichen, sind einerseits ausführbare Verweise erforderlich (Hyperlinks), aber andererseits auch adressierbare Verweisziele (Anker). Außerdem wird ein elektronisches Medium benötigt, das Inhalte, Verweise und Anker speichern kann, und das Zieladressen sehr schnell auffinden kann.


Montag, 26. März 2007

Wieder Jörg Kantel über Web 2.0

Vor einigen Wochen gab es hier bereits einen Beitrag mit dem Titel Web-2.0-Workshop vom Schockwellenreiter. Leider ist der zugehörige Forums-Thread bislang ein Single geblieben. „Sei ruhelos“, muss die Antwort darauf lauten. Jörg Kantel jedenfalls schreibt nicht nur über Web 2.0, er tourt dafür auch durchs Land. In diesen Tagen wird Gauting im Großraum München schlau gemacht: Im Rahmen des 8. Gautinger Internet-Treffens hält Jörg Kantel alias Schockwellenreiter einen Vortrag mit dem Titel:

Partizipation 2.0 — Medientheorie und das Mitmach-Web

Damit die Mehrheit der Bevölkerung, die nicht dabei sein kann, nicht zu kurz kommt, gibt es die Folien zum Vortrag online! Das hört sich vielleicht langweilig an — Folien gelten schließlich als noch zuverlässigeres Einschlafmittel als Dias. Doch bevor der geneigte Leser vorschnell urteilt, hier zwei Zitate als Appetithäppchen:

„Ein Mann, der etwas zu sagen hat, und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.“

„wer sich einbildet, Medienfreiheit werde sich von selbst einstellen, wenn nur jeder einzelne fleißig sende und empfange, geht einem Liberalismus auf dem Leim...“

Dazu diverse Videos, Bilder, Zitate von linksorientierten, basisdemokratisch denkenden Größen der Vergangenheit wie Bertold Brecht oder Alexander Kluge. Ein Mix also, der auch ohne zusätzliche Worte schon zum Nachdenken einlädt. Auf den Video-Podcast des Vortrags selbst darf man hoffentlich gespannt sein! Und wer darüber reden will, darf es in unserem erwähnten Forums-Thread gerne tun ;-)


Blogpiloten-Interview mit Frank Westphal

Kürzlich berichteten wir über Rivva, eine Art „Wesentlichkeits-Filter“ für die deutschsprachige Blogosphäre. Rivva-Entwickler Frank Westphal hat nun im Web-2.0-Szene-Blog die Blogpiloten ein Interview gegeben. Eine der zentralen Aussagen daraus:

„Für mich ist das neue Web vor allem das alte Web: Es wird langsam erwachsen und so, wie es immer sein wollte: beschreibbar (Blogs, Wikis), mit reichen Interaktionsmöglichkeiten (AJAX, DHTML, Javascript, das endlich funktioniert), partizipativ (Social Networks, Weblogs, Audio/Video Podcasts, Screencasts), skalierbar (Torrents), annotierbar (Tagging), remixbar und offen über Web-APIs (Mashups, REST), mit referenzierbaren Inhalten (Micro Content), über hübsche stabile URLs (Permalinks), auch rückwärts (Trackbacks), mit semantischen Datenformaten (Microformats, JSON, Webstandards) und über Änderungshistorien verfolgbar (RSS, Atom, SSE, Ping).“

Dieser Aussage kann man nur zustimmen: nicht Vordenker wie Tim Berners-Lee haben zurückliegende Fehlentwicklungen im Web zu verantworten, sondern vor allem Marketing-Strategen, die nur top down denken konnten und die Web-Benutzer durch Push-Technologien beglücken wollten, mit der Vision, Werbeblöcke wie im Fernsehen schalten und verkaufen zu können. Quoten-Spezialisten, denen jeder Sinn für menschliche Bedürfnisse jenseits eines aufoktroyierten Mainstrams von berufswegen abgeht.

Wie die zahlreichen Fachausdrücke in Frank Westphals Zitat zeigen, ist jedoch viel Aufklärung erforderlich, um das neue Web, das eigentlich nur ein endlich funktionierendes altes ist, denjenigen, die es sinnvoll nutzen sollen, zu vermitteln. Ein normaler Web-Benutzer muss nicht wissen, wie Ajax programmiertechnisch funktioniert. Doch er sollte wissen, dass Ajax ein Grund dafür sein könnte, dass die Zurück-Funktion in seinem Browser plötzlich nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Ein normaler Web-Benutzer muss auch keinen RSS-Feed im Quelltext lesen können. Doch er sollte wissen, warum es immer häufiger passiert, dass beim Anklicken eines Suchtreffers in Google nur noch ein XML-Quelltext angezeigt oder nach einem Feedreaderprogramm verlangt wird. Er muss keine Details über Mashup-Techniken kennen, doch er sollte wissen, dass viele Informationen nicht ursprünglich daher kommen, wo er sie gelesen hat. Nur mit dem Elan des Hype und ohne die Leute da draußen wird nämlich auch die Two-Dot-Zero-Blase wieder platzen.


Sonntag, 25. März 2007

Neue Serien im Webkompetenz-Blog

Nachdem das Tutorial zu Mikroformaten nun fertig ist und auch in PDF-Form vorliegt, läuft derzeit nur noch die etwas kleinere „Serie“ über den Google Grid. Nachdem das nach und nach entstandene Tutorial über Mikroformate ganz gut angekommen ist, werde ich das Konzept der Fortsetzungsartikel weiter verfolgen. Wie aus Zeitschriften, Funk und Fernsehen bekannt, bindet das regelmäßige Besucher. Außerdem entspricht es den Richtlinien moderner Ernährung (immer nur kleine Häppchen), die sich sicherlich auf auf die geistige Ernährung übertragen lassen :-)

Bei den Tutorials steht als nächstes eine Einführung in Ajax an. Dieses Thema ist um einiges komplexer als das über Mikroformate. Über Ajax gibt es dicke Fachbücher. Ein Tutorial in diesem Rahmen kann kein solches Fachbuch ersetzen. Es möchte einfach nur all jenen, die mit HTML/CSS vertraut sind und mit JavaScript und PHP oder Ähnlichem schon mal herumgespielt haben, einen ballastfreien Einstieg in die Materie vermitteln.

Zeitgleich wird noch eine weitere Fortsetzungs-Artikelserie starten, nämlich eine Einführung in Hypertext. Wer SELFHTML kennt, weiß vermutlich, dass es dort bereits eine Einführung in Hypertext gibt. Die hier geplante Einführung wird ähnlich strukturiert sein, jedoch neue Texte enthalten und zusätzlich versuchen, die Hypertext-Thematik im Zusammenhang mit Web-2.0-typischen Web-Phänomenen zu beleuchten. Keine wissenschaftliche Abhandlung soll das werden, sondern eine nicht-technische Einführung für alle, die nicht nur bewusstlos auf Links herumklicken wollen.


Freitag, 23. März 2007

Google Grid (4): Groups

siehe auch:
(0): Google Grid
(1): Orkut
(2): Checkout
(3): Base


Diese Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1979. Denn da begann die Geschichte der Newsgroups im Usenet. Das Usenet und andere, später hinzugekommene Newsgroup-Netze verwenden eigentlich ein spezielles Internetprotokoll namens NNTP, und zur Nutzung ist ein NNTP-Client erforderlich, ein sogenannter Newsreader. Das typische Usenet-Publikum hatte zunächst auch wenig mit dem typischen Web-Publikum gemein. In akademischen Kreisen enstanden, entwickelte es im Laufe der Jahre ein eigenes Regelwerk für die Kommunikation. Als in den 90er Jahren das Web seinen Siegeszug begann, war das Usenet schon lange eine etablierte Institution und pflegte eine gewisse Abschottung gegenüber diesem „neumodischen“ Web.

Das Web war also noch jung, als eine texanische Internet-Firma namens Deja News 1995 erstmals das riesige Forumsarchiv des Usenet über HTTP in HTML-Form auslieferte. Damit wurden die Inhalte des Usenet im Browser zugänglich. Zwar konnten Web-Benutzer zunächst nur lesend zugreifen, später war es jedoch gegen Anmeldung auch möglich, Beiträge in Newsgroups übers Web zu posten. Bemerkenswert war weiterhin, dass über Deja News das gesamte Usenet-Archiv im Volltext durchsuchbar war. Außerdem gehörten die News-Server von Deja News zu den ersten im Usenet, die alle Daten dauerhaft speicherten.

Deja News wurde jedoch wenige Jahre später ein Opfer der Dotcom-Blase. Unbeliebt machte sich der Anbieter etwa dadurch, massiv Werbung in der Web-Schnittstelle zum Usenet einzublenden. Dazu kamen Verwicklungen in rechtliche Auseinandersetzungen mit Newsgroup-Teilnehmern, die nicht wollten, dass ihre zumeist unter regulärem Namen geschriebenen Beiträge öffentlich zugängliche und auffindbare Inhalte im Web wurden.

Im Jahr 2000 wurde das Deja-News-Archiv vom Netz genommen. Der Datenbestand, der etwa eine halbe Milliarde News-Beiträge umfasste, wurde von Google aufgekauft. 2001 startete Google die Neuauflage der Deja-News-Idee. Die Google Groups waren geboren. Neben dem Archiv des Usenet wurden dort auch Diskussionsarchive anderer Netzwerke zugänglich gemacht, beispielsweise vom FidoNet oder die öffentlichen Newsgroups von Microsoft.

Wer nur lesen möchte, kann ohne Anmeldung über die Startseite der Google Groups seine Recherchen starten. Dank der Suchtechnik von Google sind Usenet-Beiträge auffindbar, die bis ins Jahr 1981 zurückreichen. Auf der Seite 20 Year Usenet Timeline finden Sie Direktlinks zu Diskussions-Meilensteinen der 80er und 90er Jahre, darunter ein legendäres Posting eines gewissen Tim Berners Lee, in dem dieser im August 1991 ein Projekt namens World Wide Web vorstellte.

Um über die Web-Schnittstelle von Google Groups in Usenet-Gruppen zu posten, ist ein kostenloses Google-Konto erforderlich. Allerdings sollte man wissen, dass man als Google-Web-User in Usenet-Gruppen schnell unangenehm auffallen kann. Nicht nur, weil man vielleicht die Netiquette des Usenet nicht kennt, sondern auch aus technischen Gründen. Deshalb sei jedem, der über Google Groups in echte Usenet-Gruppen posten möchte, die Lektüre von Hinweise für Google-Poster ans Herz gelegt.

2004 schließlich startete die Phase Google Groups 2. Seitdem ist ein Google-Konto nicht nur der Schlüssel zum Posten in Usenet-Gruppen übers Web, sondern ermöglicht auch das Einrichten eigener, web-basierter Foren sowie die Teilnahme an anderen Foren dieser Art. Diese reinen Web-Foren haben nichts mit dem Usenet zu tun, auch wenn sie unter der gleichen Weboberfläche in gleicher Funktionalität verfügbar sind wie die Usenet-Gruppen. Das Webkompetenz-Forum, das an dieses Blog angeschlossen ist, ist genau so ein Forum, ebenso wie mein anderes Forum Professionelle Websites.

Google ermuntert ausdrücklich dazu, eigene Groups einzurichten. Thema und Öffentlichkeitsrelevanz können dabei sehr unterschiedlich sein. Vom Hobbyisten-Talk über Vereins- oder Schulgruppen bis hin zu Fachgruppen ist so ziemlich alles erlaubt. Wer eine Gruppe einrichtet, kann nicht nur das Layout der Weboberfläche beeinflussen, sondern auch wichtige Grundeinstellungen vornehmen. So ist beispielsweise in mehreren Stufen skalierbar, wer lesend und schreibend auf die Gruppe zugreifen kann. Auch abgeschottete Gruppen, in die nur ausdrücklich eingeladene Mitglieder kommen, und deren Inhalte nach außen hin überhaupt nicht sichtbar sind, lassen sich einrichten. Ein weiteres, in jüngster Zeit dazugekommenes Features der Google Web-Foren ist die Möglichkeit, Webseiten (Beispiel) und Download-Dateien (Beispiel) innerhalb von Gruppen verwalten zu können. Dabei ist wiederum einstellbar, wer solche Inhalte beitragen kann und wer nicht. Google Webforen eignen sich also durchaus auch für Arbeitsgruppen, deren Mitglieder sich über gemeinsame Dokumente oder anderes Material wie Grafiken, Videos usw. austauschen wollen.

Eine schöne neue, obendrein kostenlose und weitgehend werbefreie Kommunikationswelt stellt Google der Welt damit zur Verfügung. Warum aber das? Ist es allein die Google Ethik, die da die Welt umarmen will? Indem sie das Google-Konto nutzen, gehören die Google Groups zum Google Grid. Wir erinnern uns: über Orkut erfährt Google eine Menge über persönliche Beziehungen eines Account-Inhabers, über Checkout eine Menge über Kauf- und Konsumgewohnheiten der gleichen Person, und über Base werden Anzeigen und Inserate dieser Person gespeichert. Über die Groups lässt sich sehr einfach ermitteln, welche fachlichen, beruflichen und privaten Interessen die Person verfolgt, welche politischen Ansichten sie hat, und wie es um ihr Kommunikationsverhalten bestellt ist. Nehmen wir zum Beispiel unser geschätztes Webkompetenz-Gruppenmitglied Wilhelm Turtschan (bei dem darf ich das ;-). Ohne viel Aufwand ist in Erfahrung zu bringen, wo und wann Wilhelm was gepostet hat im Reich der Google Usenet-Gruppen und der Google Web-Foren. Und was jeder Benutzer kann, kann analysierende Software erst recht.


Mittwoch, 21. März 2007

Die Blogs und das Authentische

Blogs gelten aus mehreren Gründen für authentisch:

  • Blogs ermöglichen schnelles, direktes Publizieren, ähnlich wie Foren. Sie fördern also spontanes Publizieren, etwa wenn der Blog-Autor gerade etwas Neues entdeckt hat oder sich über irgendwas aufregt.
  • Blog-Autoren sind gezwungen, über einen dauerhaften Zeitraum hinweg einigermaßen regelmäßig etwas von sich zu geben. Aus dem vermittelten Gesamtbild tritt die Persönlichkeit des Blog-Autors unweigerlich hervor.
  • Bei den meisten Blogs gibt es keine Review-Instanz, die Beiträge in Richtung Ausgewogenheit, Gefälligkeit und Standard-Medien-Deutsch trimmt. Blog-Inhalte sind meist unzensiert und ungefiltert.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Blogs ausnahmslos authentisch sind. Denn erstens gibt es Blogs, die nicht spontan gefüttert werden, sondern eher sporadisch, und dann mit meist größeren, stilistisch ausgeformten, gründlich recherchierten Beiträgen. Zweitens gibt es Blogs, deren Autoren sich durchaus so weit im Griff haben, dass ihr Blog kein Input für die Psychoanalyse darstellt. Und drittens bloggen längst nicht mehr nur ein paar eigenbrötlerische Intellektuelle, sondern auch die Vertreter jener Medien, die aus dem Vor-Blog-Zeitalter stammen.

Auf viele, vor allem private oder in Eigeninitiative gestarteten Blogs trifft die Authentizitätsbehauptung indes durchaus zu. Doch was soll damit eigentlich gesagt werden, wenn es heißt, Blogs seien besonders authentisch? Es soll das Unverdorbene daran gelobt werden, und es wird behauptet, dass dies weniger langweilig und besonders lebensnah sei.

Doch was ist Authentizität wirklich? Sie ist als solche weder gut noch böse, weder vorteilhaft noch nachteilig. Das Authentische an sich ist kein Wert und kein Schrott. Es ist einfach nur das Unverfälschte, Ungefilterte. Und es ist eigentlich nie in Reinform zu haben, denn wer schreibt, ist nicht einfach er selbst, sondern verhält sich im Schreiben zu sich selbst — und meistens auch irgendwie zu seiner Leserschaft. Bei Bloggern ist das nicht anders: sie können eigentlich gar nicht schreiben, ohne das für ihre anvisierte Zielgruppe, ihre Stammleser oder ihre potentiellen Kommentatoren zu tun. Wer wirklich nur schreiben will, ohne auf Leser zu hoffen, braucht kein Blog, sondern Stift und Papier oder eine offline laufende Textverarbeitung.

Und wenn es denn also doch mehr oder weniger deutlich hervorscheint, das Authentische, dann sollte das allein noch kein Grund für Begeisterung sein. Denn das Authentische an sich ist wie schon gesagt wertneutral, so wie die unaufhaltsame Gegenwart und Wirklichkeit. Auch dieses Blog ist authentisch, denn selbst der Fundamentalismus in seiner widerlichsten Form ist da authentisch, wo er einfach Fakt ist.

Damit authentische gegenüber vorverdauter Information einen Mehrwert darstellt, darf nicht nur die Produzentenseite beleuchtet werden. Um Authentisches auf sich wirken zu lassen, muss man sich als Rezipient, also als Blog-Leser, entweder von allen Denkschubladen frei machen und wie Jiddu Krishnamurti fordert zum reinen, aufmerksamen und nicht wertenden Betrachter werden. Oder man tut das Gegenteil und muss, um die authentische Flut zu bewältigen, alles erst mal in Schubladen einordnen, also die Vorverdauung selbst besorgen. Egal für welchen Weg sich der Blog-Leser entscheidet: für Beides ist ein letztlich gewisses, nicht ganz niedriges Reflexionsniveau erforderlich — wir nennen es hier „Webkompetenz“.

Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:
Zum Blog-Eintrag: "Die Blogs und das Authentische"


Dienstag, 20. März 2007

Gepflegter Start ins Web

Fast jeder, der einen Web-Browser benutzt, hat sich schon mal mit dem Thema beschäftigt, was eigentlich beim Aufruf des Browsers im Anzeigefenster erscheinen soll. Nur in größeren Unternehmen und Organisationen meist nicht, denn dort ist die Intranet-Adresse schon voreingestellt und kann oder sollte nicht geändert werden. Die übrigen Browser-Benutzer stellen sich meistens about:blank (leere Seite) oder so etwas Allgemeines wie die Google-Suchseite als Startseite ein. Nur wenige überlegen sich kreativere Lösungen.

Eine davon besteht darin, sich eine genau für diesen Zweck geschaffene, personalisierte Seite im Web als Startseite einzustellen. Bleiben wir bei Google. Wer sich einen Google-Account einrichtet, kann sich eine personalisierte Google-Suchseite einrichten, also die Google-Suchseite um Module seiner Wahl erweitern, z.B. um aktuelle Wetterinformationen, um neueste News, um ein Suchfeld für Wikipedia und vieles mehr. Aus mehreren hundert Angeboten kann man auswählen, welche davon man als kleine Box auf seiner persönlichen Google-Suchseite haben möchte.

Personalisierte Google-Suchseite
Personalisierte Google-Suchseite

Wer seine Browser-Startseite, die ja schließlich auch bei jeder Flucht aus dem Hyperspace (der gute, gute HOME-Button, wie oft hat er mir schon aus Sackgassen geholfen!) erscheint, etwas durchgestylter wünscht, sollte sich einmal den Service Netvibes näher ansehen. Einfacher geht es kaum: man ruft die Seite auf, und schon kann man anfangen, sich die angebotenen Boxen zurechtzuschieben, Einstellungen vorzunehmen usw. — völlig ohne Anmeldung. Der Service arbeitet auf dieser Ebene allein mit Cookies und mit viel Ajax. Eine durchaus gelungene Alternative zu all den Services, die für jede Kleinigkeit das Anlegen eines Accounts erfordern.

Sofort anpassbare und editierbare Netvibes Startseite
Sofort anpassbare und editierbare Netvibes Startseite

Wegen der Cookies sind die Einstellungen einer personalisierten Seite bei Netvibes erst mal nur für den aktuell benutzten PC verfügbar. Um die eigene Seite auch von anderen Zugängen aus, etwa aus einem Internet-Café nutzen zu können, kommt man um eine Anmeldung nicht herum. Denn erst so können die Daten auch serverseitig gespeichert werden. Wem das Default-Layout nicht zusagt, der kann in den Einstellungen auch ein anderes Theme auswählen.

Während die personalisierte Startseite bei Google eher ein buntes Allerlei ermöglicht, welches die eigentliche Seitenfunktion, nämlich die Websuche, ergänzt, liegt der Schwerpunkt bei Netvibes stärker auf integrierbaren Newsfeeds, Podcasts und Ähnlichem. Wer jedoch sucht, wird auch dort zahlreiche exotische, einbindbare Module finden, so etwa den Speiseplan der Mensa Esslingen. Kein Wunder, denn die Programmierschnittstelle von Netvibes ist offen dokumentiert und jeder der kann darf eigene Module entwickeln.

Google bietet allerdings ebenfalls eine Dokumentation seiner Programmierschnittstelle für Module der personalisierten Startseite an. Dort werden die Module als Gadgets bezeichnet.

Sich eine gepflegte persönliche Startseite fürs Web, also eine Homepage im besten Wortsinn einzurichten ist wie die beiden Beispiele von Google und Netvibes zeigen nicht mehr wie früher eine Kunst, die nur HTML-Kundigen zugänglich ist. Mit wenigen Klicks ist sie zusammengestellt und kann nützliche, dynamisch erzeugte und aktuelle Inhalte bieten. Doch auch Entwickler können nach wie vor auf ihre Kosten kommen, wenn sie bereit sind, sich mit den Programmierschnittstellen der Anbieter auseinanderzusetzen. Eigene Module für Netvibes, eigene Gadgets für Google — ein schönes Betätigungsfeld für Webentwickler von heute, die gerade nichts Besseres zu tun haben.

Und ganz frisch eingetroffen zu diesem Thema: auch T-Online bietet seinen Kunden nun eine personalisierte Startseite an. Die Adresse lautet mein.t-online.de/ (gefunden über webthreads.de).

Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:
Gepflegter Start ins Web


Montag, 19. März 2007

Blog der Google-Webmaster-Zentrale

Seit Beginn des Web-Booms und dem Durchbruch großer Suchmaschinen versuchen Anbieter von Webseiten, ihr Angebot in den Suchmaschinen besser zu platzieren, damit es dort häufiger gefunden und bei Suchtreffern möglichst weit vorne aufgelistet wird. Seit einigen Jahren hat sich für diese Spezialdisziplin der Webseitenerstellung das Akronym SEO (steht für Search Engine Optimization) herausgebildet.

Das Thema ist vielschichtiger als man auf den ersten Blick meinen könnte. Dass ordentlich strukturiertes HTML dazugehört, wissen die meisten wohl. Einige haben vielleicht auch schon von dem ewigen Wettrüsten gehört: Seitenanbieter versuchen mit immer neuen, teilweise unlauteren Tricks bessere Suchmaschinenplatzierungen zu erzielen, und die Suschmaschinen selber erkennen immer mehr dieser Tricks. Wer bei Google auf diese Weise auf die schwarze Liste gerät, läuft Gefahr, komplett aus dem Suchindex ausgeschlossen und überhaupt nicht mehr als Suchtreffer aufgelistet zu werden.

Allein schon die Menge von Blogs zum Thema SEO ist imposant. Im Zentrum der Reflexionen steht verständlicherweise die Suchmaschine von Google, da diese einen geschätzten Verbreitungsgrad von etwa 90% unter den derzeit etwa 1,1 Milliarden Internet-Nutzern des Planeten Erde hat. Nun gibt es natürlich die Google-Richtlinien für Webmaster, doch was dort an Tricks verraten und an Maßnahmen empfohlen wird, ist für SEO-Spezialisten nur kalter Kaffee.

Andererseits wird im Bereich SEO so viel gefährlicher Irrglaube verbreitet und teilweise sogar teuer verkauft, dass „offizielle Quellen“ möglicherweise wertvoller sind als kaum nachprüfbares Vermutungswissen. Die eigentliche Rezeptur, also nach welchen Kriterien in welcher Gewichtung Suchtreffer bei Google zustande kommen, wird bei den Mountain Viewern nämlich so geheim gehalten wie in Atlanta die Mixtur für Coca Cola.

Eine interessante Ergänzung zu den bekannten Google-Richtlinien für Webmaster könnte deshalb das kürzlich gestartete Blog der Google-Webmaster-Zentrale sein. Zwar ist auch dort nicht mit der Offenlegung des Google Algorithmen-Mix zu rechnen, doch SEO-relevante Zusatzinformationen aus erster Hand dürfen durchaus erwartet werden. Eine englischsprachige Version des Blogs gibt es bereits seit August 2006. Die deutschsprachige Version soll zunächst vor allem übersetzte Artikel der englischsprachigen Version anbieten, doch nach und nach auch ein Eigenleben entwickeln. So jedenfalls geht es aus dem Blog-Eröffnungsbeitrag hervor.


Sonntag, 18. März 2007

Populäres Linkverzeichnis

Wer da behauptet, stinknormale Linkverzeichnisse seien Schnee von gestern, könnte sich irren. Eine ordentlich gepflegte Linksammlung ist in dieser Form durch keine Suchmaschine, kein Webverzeichnis und keinen Social-Bookmark-Service ersetzbar. Die Rede ist hier von einem Linkverzeichnis, dessen Popularität in der Szene bereits beim Domainnamen beginnt: populair.eu! Eine zweite Seite, die sich vor allem auf Social-Networking-Angebote konzentriert, ist unter der Subdomain social.populair.eu zu finden.

Neben dem sorgfältig zusammengetragenen Inhalt und dem umwerfend praktischen Konzept, die Links nicht wie bei aufgeblasenen Inhalten üblich auf 150 Seiten zu verteilen, sondern auf einer einzigen zu lassen, hat sicher auch der selbstbewusste Untertitel „Where do you get all those cool crazy hot fresh new links from?“ ein wenig zum Ruhm der Seite beigetragen. Und vielleicht auch der Seitenklau, von dem Werner Trotter in seinem Weblog c/o operative berichtet.

Last but not least ist populair.eu auch noch ein Beispiel dafür, wie man mit einer einzigen oder zwei gepflegten Webseiten, die richtig populär werden, durch Schalten von Google-AdSense-Werbung ein verdientes Zubrot erwerben kann. Nichts gegen Linkverzeichnisse also — das Konzept muss einfach stimmen.


Freitag, 16. März 2007

Tutorial: Mikroformate (9)

Tutorial: Mikroformate (1) | (2) | (3) | (4) | (5) | (6) | (7) | (8)

Dies ist der letzte Teil des Mikroformate-Tutorials!

Das Mikroformate-Tutorial downloaden:
http://groups.google.com/group/webkompetenz/web/Mikroformate.pdf (ca. 407 KByte)

PDF-Reader erforderlich!

Abschließend noch einige ausgewählte Webadressen und Buchtitel, die sich mit Mikroformaten näher befassen.

Microformats.org

http://www.microformats.org/ (en)
Die offizielle Einstiegsseite rund um Mikroformate

http://microformats.org/wiki/ (en)
Das Wiki, in dem die Spezifikationen zu Mikroformaten entwickelt werden

http://microformats.org/discuss/ (en)
Übersichtsseite zu den Mailinglisten, in den u.a. Vorschläge für Mikroformate eingebracht werden können

http://microformats.org/code/ (en)
Übersichtsseite für eine Reihe von Tools, z.B. formularbasierte HTML-Code-Generatoren für die Formate hCard, hCalendar und hReview

Deutschsprachige Quellen

http://mikroformate.de/
In Blog-Form gehaltene Einzelartikel zum Thema Mikroformate von Michael Jendryschik

http://mikroformate.org/
Kollektiv-Blog über Mikroformate von Dennis Blöte, Sebastian Küpers und Marc Tobias Kunisch

http://groups.google.de/group/mikroformate
Google-Group zum Thema Mikroformate

http://blog.dopefreshtight.de/artikel/microformats-und-die-bots/
Blog-Artikel, der sich kritisch mit Mikroformaten auseinandersetzt

Internationale Quellen

http://suda.co.uk/projects/microformats/cheatsheet/microformats.cheatsheet.pdf (en)
Die Syntax aller wichtigen Mikroformate auf einen Blick (PDF-Dokument)

http://microformatique.com/ (en)
Blog zum Thema Mikroformate

http://www.whymicroformats.com/ (en)
Einführung und Blog zu Mikroformaten


Donnerstag, 15. März 2007

Ein verfassungskonformes Kennzeichen

Anti-Nazi-Symbol

Im Lande Heideggers argumentiert man ja gerne so: Das Nichts ist nicht wirklich nichts, es ist vielmehr ein nichtendes Etwas. Oder mit der hegelianischen Schule: jede Verneinung ist abhängig von einer Bejahung, und erst die Überwindung beider ist eine neue Stufe. Durch solche philosophischen Hintergründe beladen, haben sich Richter des Stuttgarter Landgerichts offenbar dazu verleiten lassen, in einem Symbol wie dem abgebildeten nicht die ablehnende Haltung, sondern das Überhaupt-sich-darauf-Beziehen zu sehen. Der Bundesgerichtshof hat dieses Urteil nun revidiert. Derweil die Stuttgarter Richter weitergrübeln dürften: „wenn Hausmeisters Verbotsschild das Fußballspielen auf dem Rasen untersagt, so ist doch das Verbot gar nicht denkbar ohne die Versuche des Fußballspielens auf dem Rasen. Also muss man doch eine geistige Allianz zwischen Verbotsschild und dem Fußballspielen auf dem Rasen annehmen, eine verquerte und undurchsichtige Art von Sympathisantentum womöglich zwischen Hausmeister und Rotzbengeln!“

Klicken Sie auf das obige Bild für weitere Informationen, und hüten Sie sich aber weiterhin davor, in Ihren HTML-Quelltexten simplifiziertes Chinesisch wie 卍 zu verwenden...

(Dieser Beitrag fällt etwas aus dem Rahmen des sonst üblichen Themenspektrums dieses Blogs, doch Ausnahmen bestätigen die Regel, was aber nicht bedeutet, dass Verneinungen die Bejahung bestätigen)

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Zum Blog-Eintrag: "Ein verfassungskonformes Kennzeichen"


Mittwoch, 14. März 2007

Tutorial: Mikroformate (8)

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Mikroformate für Hyperlinks

Die zuvor behandelten Mikroformate hCard, hCalendar und hReview sind Datenstrukturen, die aus mehreren, teilweise verschachtelten Feldern bestehen. Je nach Datenumfang können die entsprechenden HTML-Markup-Strukturen durchaus komplex sein. Dagegen sind die Mikroformate für Hyperlinks denkbar simpel. Sie bestehen dank der Design-Pattern-Strategie alle nur in einem rel-Attribut, das im einleitenden <a>-Tag eines Hyperlinks notiert werden. Deshalb werden sie auch als Elementar-Mikroformate bezeichnet. Schema:

<a href="http://www.example.org/" rel="microformat">Verweistext</a>

Es handelt sich also um ganz gewöhnliche HTML-Verweise. Das rel-Attribut ist ein im HTML-Standard erlaubtes Attribut, das auf a-Elemente anwendbar ist. Es drückt die Beziehung aus, in welcher der verweisende Inhalt zum Verweisziel steht — also eine Möglichkeit, um Links zu typisieren. Das W3-Konsortium nennt in der HTML-Spezifikation eine Reihe von Angaben dafür, wie top, up, next, prev, first, last, search, index oder alternate. Diese Angaben sind jedoch vorzugsweise für Verweisziele innerhalb des eigenen Projekts gedacht. Die HTML-Spezifikation sieht allerdings auch eine Möglichkeit vor, andere als die vom W3-Konsortium vorgegebenen Wertzuweisungen anzuwenden. Autoren, die in ihrem HTML-Code von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen, sollten ein sogenanntes Profil angeben, in dem der entsprechende Attributwert definiert wird. Bevor wir uns darum kümmern, wollen wir aber erst einige Mikroformate für Hyperlinks kennenlernen:

Hyperlink für Tags (Stichwörter)

Die englische Bezeichnung tags, die hierfür verwendet wird, hat nichts mit den Tags in Markup-Sprachen zu tun, sondern bezieht sich auf Wörter und Ausdrücke der natürlichen Sprache. Im Web-2.0-Bereich haben solche Tags bzw. Stichwörter eine enorm wichtige Funktion erlangt. Fast jedes Weblog bietet die Möglichkeit, die Blogeinträge durch Stichwörter zu markieren. Bislang vergebene Stichwörter werden im Navigationsbereich des Blogs angezeigt. Die Häufigkeit, also wie oft ein gleiches Stichwort bislang vergeben wurde, wird entweder durch eine Zahl angegeben, oder die Blog-Software generiert sogenannte Tag-Clouds (Stichwortwolken), in denen häufiger vergebene Stichwörter größer dargestellt werden und weniger häufig vergebene kleiner.

Solange ein einziger Autor sich um die Verstichwortung kümmert (wie in den meisten Blogs der Fall), steht er im Prinzip vor den klassischen Problemen der Taxonomie, also einer sinnvollen Systematisierung all seiner Stichwörter. Es gibt jedoch auch zahlreiche Services im Web, die eine Tag-Datenbank aufbauen durch Eingaben unzähliger Benutzer. Beispiele sind social-Bookmark-Services wie del.icio.us oder Mr.Wong, aber auch Blog-Vernetzungs-Services wie Technorati. Da die Verstichwortung in diesem Fall mehr oder weniger chaotisch entsteht, wurde das Kunstwort Folksonomy dafür geprägt.

Sowohl innerhalb von Blogs als auch bei Folksonomy-Webservices sind Tags mögliche Verweisziele. Innerhalb eines Blogs werden bei Anklicken eines Tag-Links alle Blogeinträge gefunden, denen das angeklickte Tag zugeordnet ist.
Beispiel im Webkompetenz-Blog:

Beispiel beim Webservice Mr. Wong:

Wenn Sie im HTML-Text Links zu solchen Zielen setzen wollen, sollten Sie sich die Mühe machen, das dafür vorgesehen Mikroformat zu verwenden. Beispiele:

<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/search/label/Mikroformate" 
   rel="tag">Mikroformate bei Webkompetenz</a>
<a href="http://www.mister-wong.de/tags/mikroformate/" 
   rel="tag">Mikroformate bei Mr. Wong</a>

Durch rel="tag" kennzeichnen Sie das Verweisziel als eine (in der Regel) von einer Webanwendung erzeugten Seite, die Inhalte zu dem entsprechenden Stichwort versammelt. Das Stichwort selbst wird als Verweistext notiert.

Hyperlinks für Verzeichnis-Listings

Auch wenn sie nicht mehr so häufig zu finden sind wie in den Anfangsjahren des Web: Verzeichnislistings sind nicht zwangsläufig ein Zeichen vom Unvermögen eines Webmasters. Moderne Webserver wie Apache stellen ein ganzes Arsenal an Möglichkeiten bereit, um Verzeichnislistings attraktiv zu gestalten. Im Browser erscheint ein Verzeichnislisting dann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Das Verzeichnis muss sich innerhalb der Document Root befinden, also unterhalb des Startverzeichnisses für Webdokumente innerhalb einer Domain oder Subdomain.
  • Das Verzeichnis darf keine in der Konfiguration des Webservers enthaltene Default-Datei enthalten (typische Dateinamen für Default-Dateien sind index.htm, index.html, index.php, default.htm, default.html usw.).
  • In der Konfiguration des Webservers muss das Verzeichnis für Listings freigegeben sein. Andernfalls erhalten Anwender beim Aufruf eines Verzeichnisses, das keine Datei mit einem der konfigurierten Default-Dateinamen enthält, eine HTTP-Fehlermeldung.

Wenn dem Anwender eine ganze Reihe von Dateien angeboten werden sollen, ist es manchmal sinnvoller, einen Link auf ein über die Webserverkonfiguration gestaltetes Verzeichnislisting zu setzen, als zusätzlich zu den Dateien selbst immer noch eine Webseite mit Links zu diesen Dateien mitzupflegen. Ein Beispiel:
http://strille.net/works/
Wenn Sie einen Link auf ein solches Verweisziel setzen wollen, ist es hilfreich, wenn Sie den Verweis als Mikroformat typisieren:

<a href="http://strille.net/works/" rel="directory">
   Flash project works on strille.net</a>

Durch rel="directory" kennzeichnen Sie das Verweisziel als Verzeichnis.

Hyperlinks für Lizenzinformationen

Inhalte mit einer gewissen Schöpfungshöhe sollten eine definierte Lizenzform haben, worin festgelegt wird, was mit den Inhalten geschehen darf und was nicht. Eine Möglichkeit, dies in standardisierter Form ohne viel Aufwand anzugeben, ist das Elementar-Mikroformat für Links zu Lizenzinhalten. Solche Links können beispielsweise im Seiten-Fuß anstelle der zumindest in Deutschland juristisch völlig belanglosen ©-Angabe notiert werden.

Das Linkziel kann eine eigene Seite mit rechtlichen Informationen zum Inhalt sein, oder eine allgemeine Lizenzform wie die von CreativeCommons (http://de.creativecommons.org/). Der Link sollte direkt auf eine Seite mit Lizenzbestimmungen führen. Gerade CreativeCommons verhält sich diesbezüglich vorbildlich. Denn wenn Sie über http://de.creativecommons.org/lizenz.html eine Lizenzform generieren lassen, wird der einzufügende HTML-Code für den Link am Ende bereits zum Kopieren präsentiert — und dieser Link enthält bereits das Mikroformat für Lizenzdaten. Beispiel eines Lizenz-Links:

<a rel="license" 
   href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/de/">
    Creative Commons Attribution-No Derivative Works 2.0 Germany
    License</a>

Durch rel="license" kennzeichnen Sie das Verweisziel als Lizenzinformation.

Nofollow-Hyperlinks

Seit jeher gibt es ein Meta-Tag in HTML, das Suchmaschinen-Robots anweist, Links auf der entsprechenden Seite nicht weiter zu folgen. Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn es sich um lauter Links zu Seiten handelt, die ein Login erfordern, oder um Links zu eher privaten Seiten, von denen der Anbieter nicht unbedingt wünscht, dass deren Inhalt weltweit auffindbar ist.

Es gibt jedoch auch ein Mikroformat, das die Nofollow-Funktion auf einzelne Hyperlinks im Dokument überträgt. Damit muss ein Autor sich nicht mehr für eine seitenweise Lösung entscheiden.

Das Nofollow-Mikroformat ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Mikroformate tatsächlich auf breiter Front ernstgenommen und eingesetzt werden. Zwei Fakten haben einen wilden Streit um dieses unscheinbare Elementar-Mikroformat entfacht: zum einen wird es bereits seit geraumer Zeit von Google interpretiert. Das heißt, die Robots der weltweit führenden Suchmaschine folgen keinen Links mehr, die diese Auszeichnung enthalten. Zum anderen hat Wikipedia seine Software-Installation so konfiguriert, dass alle Links zu externen Seiten, die in Wikipedia gesetzt werden, mit diesem Mikroformat ausgezeichnet werden. Wikipedia will damit unter anderem unlautere Versuche, sich durch Verlinkung bei Wikipedia bei Google einen höheren Page-Rank zu erschleichen, verhindern. Doch auf http://www.nonofollow.net/ wird argumentativ Widerstand organisiert.

Lassen wir das Für und Wider an dieser Stelle außen vor. Das Format selbst lautet (Beispiel):

<a href="http://de.wikipedia.org/" rel="nofollow">Wikipedia</a>

Durch rel="nofollow" weisen Sie Suchmaschinen-Robots an, dem Link nicht zu folgen.

Profil für rel-Angaben

Weiter oben haben wir bereits angedeutet, dass die Wertzuweisungen an das rel-Attribut, die von den hier vorgestellten Hyperlink-Mikroformaten benutzt werden, durch ein sogenanntes Profil abgedeckt sein sollten. Das Profil selbst besteht wird im sogenannten XMDP-Format als Datei in einem für einen Webserver zugänglichen Dateibereich (also unterhalb einer Document Root) abgelegt. XMDP steht für XHTML Meta Data Profiles (Details siehe http://gmpg.org/xmdp/). Es handelt sich um eine normale XHTML-Datei, die jedoch nicht so sehr zur Anzeige im Browser gedacht ist, sondern als Referenzinformation für den Browser. Für die vier Hyperlink-Mikroformate, die wir zuvor besprochen haben, können wir folgende Profildatei erzeugen. Die Datei deckt alle vier Formate ab:

<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
 "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="en" lang="en">
<head><title>sample HTML profile</title>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; 
      charset=iso-8859-1" />
</head>
<body>
<dl class="profile">
 <dt id="rel">rel</dt>
 <dd><p>
   <a rel="help" href="http://www.w3.org/TR/html401/struct/links.html#adef-rel">
     HTML4 definition of the 'rel' attribute.</a>  
   Here are additional values.</p>
  <dl>
   <dt id="tag">tag</dt>
   <dd>Indicates that the referred resource serves as a "tag", 
       or keyword/subject, for the referring page.</dd>
   <dt id="directory">directory</dt>
   <dd>Indicates that the referred resource serves as a 
       directory listing for the referring page.</dd>
   <dt id="license">license</dt>
   <dd>Indicates that the referred resource is a license for the  
       referring page.</dd>   
   <dt id="nofollow">nofollow</dt>
   <dd>Indicates that the referred resource was not necessarily 
       linked to by the author of the page, and thus said reference
       should not afford the referred resource any additional 
       weight or ranking by user agents.</dd>
 </dl>
 </dd>
</dl>
</body>
</html>

Es handelt sich also um eine vollständige XHTML-Datei. Der Inhalt besteht aus einer Definitionsliste (dl). Die zu definierenden Ausdrücke (dt) sind die Attributzuweisungen für das rel-Attribut. Die Inhalte der zugehörigen dd-Elemente sind frei formulierbare Erläuterungen.

Nun müssen wir die Datei noch im HTML-Code von HTML-Seiten referenzieren, auf denen wir Gebrauch von Hyperlink-Mikroformaten machen. Die Schnittstelle dafür wird im einleitenden <head>-Tag notiert. Dort ist laut HTML-Standard das Attribut profile= erlaubt, dem die URL-Adresse eines Dokuments zugewiesen wird, das Profile definiert. Angenommen, wir nennen obige Datei rel-profiles.html, dann können wir in einem HTML-Dokument, das Hyperlink-Mikroformate enthält, notieren:

<head profile="rel-profiles.html">

Für die Referenzierung gelten die gleichen Regeln wie beim Referenzieren von Grafiken oder bei Hyperlinks. Es lassen sich also vollständige URLs ebenso angeben wie absolute Pfadnamen ab Document Root oder auch — wie im Beispiel — relative Angaben.


Dienstag, 13. März 2007

Das eigene Internetradio

Im Forums-Thread mit dem Titel Mal wieder Radio hören - à la Web 2.0 hat sich Torsten Schröder alias GenomInc zu Wort gemeldet. Er moderiert schon seit Jahren Internet-Radios, derzeit für dasliveradio.de. Live-Radio ist etwas anderes als die bekannteren Podcasts. Letztere sind Sound-Konserven, die zwar direkt übers Internet abspielbar sind, häufig aber auch heruntergeladen und dann anderweitig abgehört werden, egal ob beim Joggen oder im Auto. Da die meisten Podcast-Produzenten regelmäßig neue Sound-Inhalte bereitstellen, werden diese noch intensiver als Blog-Einträge über Newsfeeds verbreitet.

Torsten Schröder ist allerdings ein Verfechter des Live-Radios. Als Vorteil nennt er vor allem die Unmittelbarkeit des Live-Mediums. Oft, so Schröder, sind der Moderator einer Live-Sendung und seine Stammhörer zeitgleich in einem Chat versammelt, wo man sich während die Musik läuft austauscht und Wünsche für später zu spielende Musiktitel äußern kann.

Neugierig geworden? Doch wie funktioniert das eigentlich technisch gesehen? Welche Software braucht man am eigenen Rechner, und welche Software auf dem Webserver? Wieviel kostet der Spaß, wenn man GEMA-pflichtige Musik abspielt, und welche Alternativen gibt es? Torsten hat eine ausführliche Antwort im Forum gegeben, die er zugleich in seinem eigenen Blog Klappe! unter dem Titel Internetradios veröffentlicht hat. Die erste Neugier kann dieser Beitrag durchaus befriedigen. Für weitere Fragen hat Torsten Schröder sicherlich ein offenes Ohr.


Jens Meiert über den Kampf der HTML-Entwürfe

Zwar haben sich zu den klassischen Texten im Web mittlerweile eine Menge multimedialer Inhalte hinzugesellt. Doch das ändert nichts daran, dass immer noch HTML oder XHTML die Basis fast aller Webseiten ist, und daran wird sich wohl auch in den nächsten Jahren nichts ändern.

Grund genug, die Entwicklung dieser Basis- und Schlüsseltechnologie zu verfolgen. Jens Meiert gehört zu denen, die diese Entwicklung genau mitverfolgen und darüber berichten. In dem gerade erschienen Artikel (X)HTML 5 und XHTML 2 im Vergleich, einem Artikel, den Meiert aus dem Englischen übersetzt hat, wird der aktuelle Stand der Dinge unter dem Aspekt beleuchtet, dass mittlerweile zwei konkurrierende Entwicklungsstränge existieren.

Der eine ist der offizielle Strang: XHTML 2.0 vom W3-Konsortium. Derzeit noch immer im Stadium eines Entwurfs (working draft), verfolgt XHTML 2.0 vor allem die perfekte Integration in die XML-Welt sowie den konsequenten Abschied von allem physischen Markup.

Die Vorstellungen der W3C-Arbeitsgruppe zu HTML sind in den letzten Jahren jedoch immer stärker in die Kritik der Fachwelt geraten. Praxisfernes HTML aus dem akademischen Elfenbeinturm sei das, was dort produziert werde, so die Kritiker. Gleichzeitig begannen auch vom W3-Konsortium mehr oder weniger unabhängige Arbeitsgruppen, alternative Entwürfe für einen künftigen HTML/XHTML-Standard zu entwickeln. Die bekannteste dieser Initiativen ist die WHATWG Community. Dort entsteht eine Spezfikation mit dem Titel Web Applications 1.0, die soeben (12.03.2007) in einer neuen Working Draft veröffentlicht wurde.

Meierts übersetzter Artikel leistet eine Gesamtschau über die Stärken und Schwächen der beiden Entwürfe. Dabei spart er nicht mit Wertungen. Es gibt eine Menge, was der Artikelautor cool findet, aber auch so einiges, was er für ganz und gar uncool hält. Der Artikel ist damit ein lebendig geschriebener, guter Einstieg, um sich vielleicht einmal näher mit den beiden Entwürfen zu befassen.

Insgesamt kommt der W3C-Entwurf zu XHTML 2.0 etwas besser weg. Es mag der Blick „in the long run“ sein, der einer konsequenten XML-Integration auf die Dauer den Vorzug gibt vor zweifellos nachvollziehbaren Bemühungen, (X)HTML der gegenwärtigen Praxis anzupassen.

Doch wer sagt eigentlich, dass es ein Rennen sein muss, das nur einen Sieger haben kann? Was sollte dagegensprechen, führende Browser künftig einfach mit Parsern für beide Dokumenttypen auszuliefern? Webautoren könnten sich dann für den Dokumenttyp entscheiden, den sie für ihre Zwecke besser gebrauchen können, oder mit dem sie einfach vertrauter sind. Vielleicht geht der Weg einfach dahin, sich von dem einen, alleinseligmachenden HTML zu verabschieden. Ein Zerbrechen der Einheit des Web wäre dadurch jedenfalls nicht zu befürchten.

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Jens Meiert über den Kampf der HTML-Entwürfe


Montag, 12. März 2007

Web 2.0 mal so mal so bewertet

Jüngere kennen es eher als Ältere, im allgemeinen wird es immer bekannter, und der Markt dafür ist aber bereits gesättigt. So in etwa lässt sich das Ergebnis zusammenfassen, wenn man einige Web-2.0-Umfragen der letzten Zeit heranzieht. Hier einige Beispiele:

  • Internet-Nutzung wird durch Web 2.0 tief greifend gewandelt
    Ermittelt, dass vor allem Web-User zwischen 11 und 29 Jahren Web-Inhalte nicht nur konsumieren, sondern auch aktiv mitgestalten. Über 30% von ihnen unterhalten eigene Webangebote und tragen Inhalte zu Plattformen wie YouTube oder MySpace bei. Dagegen scheinen diese Werte bei den über 30jährigen regelrecht einzubrechen.
  • Hype um Web 2.0 ist nur bedingt gerechtfertigt
    Nur 6% der Internet-Nutzer kennen den Ausdruck „Web 2.0“ überhaupt. Auch hier der Trend, dass die Jüngeren (in diesem Fall die definierte Zielgruppe zwischen 16 und 30 Jahren) am ehesten die neueren Services im Web nutzt, während die Älteren eher Angebote nutzen, die es auch schon vor zehn Jahren im Web gab.
  • Umfrage: „Web 2.0“ immer noch weitgehend unbekannt
    Die zuvor genannten 6% Internet-Nutzer basieren auf einer Umfrage der Hamburger PR-Agengur ZPR vom November 2006. Eine neuere Umfrage des Wochenmagazins Werben & Verkaufen (W&V) liefert das Resultat, dass 37% der Internet-Nutzer den Ausdruck „Web 2.0“ schon einmal gehört haben. Das ist zumindest ein rasanter Anstieg, sofern die Bedingungen der Umfragen einen solchen Vergleich überhaupt zulassen. Deutlich mehr User kennen allerdings Web-2.0-typische Einrichtungen wie Blogs oder Wikis, ohne diese mit dem Schlagwort in Verbindung zu bringen.
  • Der Trend zur sozialen Vernetzung über das Internet
    Keine Umfrage im engeren Sinn, sondern eher eine allgemeine Bewrtung. Dieser zufolge hinkt die Nutzung typischer Web-2.0-Funktionen in Deutschland den Entwicklungen in den USA deutlich hinterher, auch wenn sich allmählich eine vergleichbare Atmosphäre im Web herstellt. Ob in Zukunft noch millionenschwere Deals mit den neuen Funktionen zu machen sein wird, wird eher bezweifelt, da der Markt für große Anbieter in diesem Bereich bereits gesättigt sei.

Vielleicht ist es ja sogar besser, das Buzzword „Web 2.0“ gar nicht zu kennen. Zumindest fördert das fehlende Bewusstsein, sich in einem Hype zu befinden, ein weniger blauäugiges Herangehen an neue Funktionen und neue Plattformen. Wer nur bloggt oder News pusht oder sich in Communities hervortut, um zu zeigen, wie trendy er ist, wird auch genauso schnell wieder weg sein wie die vergangene Sommermode. Das gilt aber nicht nur für Privatpersonen, sondern insbesondere auch für Unternehmen, die nun massenhaft ihre Corporate Blogs starten, in der Hoffnung, dadurch den Dialog mit dem Kunden zu intensivieren. Wenn der Hype verflogen ist, wird davon nur übrig bleiben, was im Schweiße des Angesichts aufgebaut wurde, aber nicht, was nur versucht hat, auf einer Welle mitzureiten.

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Freitag, 9. März 2007

Angenehme Popups mit Prototype-Window

Viele erinnern sich noch an die Zeiten, als das Aufrufen einer Webseite fast immer noch weitere kleine Fensterchen öffnete, mehr oder weniger viele, mehr oder weniger groß, und mit mehr, aber meistens weniger sinnreichem Inhalt. Schuld an den nervigen Fenstern war JavaScript (beim MS Internet Explorer: JScript).

Viele Web-Entwickler haben sich irgendwann von JavaScript abgewendet, nicht nur wegen der nervigen Popup-Fenster, die man damit erzeugen konnte, sondern auch deshalb, weil sie den ganzen JavaScript-Krempel der Vergangenheit leid sind, mit all den Browserweichen, Dokumentobjektmodellen, Sprachversionen usw. Mittlerweile erlebt die Scriptsprache jedoch einen neuen Boom, wobei Insider aber gar nicht mehr von JavaScript oder gar DHTML (lezteres ist ein absolutes Igitt-Wort geworden!) sprechen, sondern von DOM-Scripting. Der Grund ist, dass mittlerweile nur noch mit einem Dokumentobjektmodell gearbeitet wird, nämlich mit dem DOM des W3-Konsortiums. Darauf aufbauend sind in den letzten Jahren diverse frei verfügbare Code-Bibliotheken entstanden, mit deren Hilfe sich beeindruckende Funktionen erzielen lassen. Um einen kleinen Eindruck von dieser neuen Welt zu bekommen, soll hier mal eine Site vorgestellt werden, die das alles mustergültig vormacht: prototype-window.xilinus.com.

Rufen Sie dort zunächst mal die Themes-Seite auf, und klicken Sie die Links View a window und open a alert box an. Alle so erzeugten Layer (diese Bezeichnung ist wohl korrekter als Fenster, auch wenn es optisch eher wie Popup-Fenster aussieht) lassen sich frei verschieben, in der Größe verändern, maximieren, minimieren und schließen, können verschiedene skins (Layouts) haben, und der Inhalt kann aus allem bestehen, was auf einer Webseite möglich ist. Sinnvoll eingesetzt, ermöglichen solche Fenster durchaus einen Mehrwert für den Anwender zu schaffen dadurch, dass dieser nicht wegen jeder Zusatzinformation wieder eine neue Seite aufrufen muss.

Vielleicht sind Ihnen ähnliche Overlay-Fenster-Effekte in letzter Zeit auch schon öfters untergekommen. Auch die SnapIt-Popups bei Links wie diesem basieren auf Scripts dieser Art. Das Besondere an prototype-window.xilinus.com ist jedoch, dass alle Scripts und verwendeten Bibliotheken dort mustergültig dokumentiert werden. Für alle, die irgendwann zu JavaScript-Verweigerern wurden, könnte diese Site vielleicht eine neue Neugier wecken und demonstrieren, dass DOM-Scripting eigentlich nichts mehr für Script-Kiddies ist, sondern eher für „erwachsene“ Programmierer.


Tutorial: Mikroformate (7)

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Mikroformat für Reviews (hReview)

Das Mikroformat hReview ist im Gegensatz zu hCard und hCalendar noch nicht im Stadium einer offiziellen Spezifikation, sondern noch im Stadium einer Draft, also eines Vorschlags. Einer der Gründe dafür ist möglicherweise, dass es nicht wie die beiden vorgenannten Formate einen anderen, bereits existierenden Standard umsetzt, sondern eine völlige Neuentwicklung ist. Es ist jedoch eines der Mikroformate, die besonders wichtig sind. Denn das hReview-Format ist für alle Arten von Besprechungen, Reviews, Kritiken und Bewertungen gedacht. Es soll Produkttests abdecken, Film- und Buchrezensionen, Restaurant-Tests usw. Unzählige Websites und Blog-Einträge haben solche „Reviews“ zum Inhalt. Durch konsequente Anwendung des hReview-Formats würden daraus strukturierte, feldorientierte Daten, die Suchmaschinen ein enormes Potential an semantischer Information liefern.

An folgendem einfachen Beispiel soll das hReview-Format vorgestellt werden:

<div class="hreview">
 <span class="type" style="display: none">product</span>
 <div class="item">
 <a class="url fn summary" 
    href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3827323703">
 Stefan Münz: Professionelle Websites
 </a></div>
 <div class="description"><p>
 Stefan Münz ist als Autor der HTML-Referenz SELFHTML 
 bekannt geworden. Das vorliegende Buch ist keine 
 Neuauflage dieser Programmier-Sammlung, sondern versteht 
 sich als Bestandsaufnahme des World Wide Webs. Von dort 
 aus beleuchtet Münz die gängigen Programmiersprachen und 
 -techniken, aber auch Designfragen und rechtliche 
 Implikationen. 
 (<abbr class="rating" title="5">*****</abbr>)   
 </p>
 </div>
 <p class="reviewer vcard">Besprechung von 
  <a class="url fn" href="http://www.mediencity.de/">MedienCity</a>, 
  <abbr class="dtreviewed" title="200508">August 2005</abbr>
 </p>
</div>

Ohne weitere CSS-Formatierung sieht das im Browser reichlich unspektakulär aus:

Der gesamte Inhalt der Beispielbesprechung ist in ein div-Element mit dem Attribut class="hreview" eingeschlossen. Dies ist für auslesende Software das Erkennungs-Attribut für hReview-Mikroformate.

Wie auch bei den Formaten hCard und hCalendar ist die Elementwahl beim hReview-Format abgesehen von einigen Ausnahmen frei. Da es sich bei der Besprechung um ein in sich geschlossenes Konstrukt handelt, das aus diversen, teilweise verschachtelten Einzelelementen besteht, bietet es sich jedoch an, das gesamte Konstrukt in einen div-Bereich einzuschließen.

Im Beispiel folgt als nächstes ein inhaltsleeres span-Element, das zusätzlich mit Hilfe der CSS-Angabe display: none für die Anzeige im Browser unsichtbar gemacht wird. Dieses Element, das übrigens optional ist, legt die Art des Reviews fest, also eine durchaus wichtige Information, die aber in dieser Form nicht unbedingt angezeigt werden soll. Mit class="type" wird der auslesenden Software mitgeteilt, dass hier die Art des Reiviews definiert wird. Die Art selbst steht im title-Attribut. Möglich sind hier die Wertzuweisungen product (für Produktbesprechungen), business (für Bewertungen von Unternehmen oder Geschäften) event (für Konzert-, Theater-, Kino- und ähnliche Kritiken), person (für Personenbewertungen), place (für Bewertungen von Restaurants und vergleichbaren Örtlichkeiten), website (für Bewertungen von Webangeboten) und url (für Bewertungen einzelner Webseiten).

Im Gegensatz zum type-Feld ist das item-Feld eine Pflichtangabe. Seine Aufgabe ist es, den besprochenen „Gegenstand“ genauer zu spezifizieren. Wie diese genauere Spezifizierung aussieht, kann je nach dem, was gereviewt wird, sehr unterschiedlich ausfallen. In userem Beispiel, wo ein Buch besprochen wird, bietet sich ein Direktlink zur Buchseite bei einem Buchversand wie Amazon an. Der Link wird im Beispiel mit class="url fn summary" ausgezeichnet. Der Klassenname fn („full name“) gehört dabei zu denen, die im Zusammenhang mit dem hReview-Format erkannt werden, ebenso wie der Klassenname summary. Mit fn signalisieren Sie, dass der Inhalt des Elements die volle Namensbezeichnung dessen enthält, was Gegenstand des Reviews ist. Der Klassenname url signalisiert, dass es sich um einen Link zu einer produktspezifischen Adresse handelt. An dieser Stelle könnte anstelle des Links auch ein img-Element notiert werden, also eine Grafik, die das besprochene Produkt abbildet. Dann sollte statt dem Klassenname url der Klassenname photo angegeben werden. Die Angabe summary hat eine ähnliche Funktion wie fn, nämlich die Auszeichung der Überschrift eines Reviews. In unserem Beispiel sind beide Angaben im gleichen Element notiert. Die Überschrift kann aber selbstverständlich auch separat notiert werden, etwa als <h3 class="summary">Überschrift des Reviews</h3>.

Wenn statt eines Produkts eine Örtlichkeit, also etwa ein Lokal oder ein Laden besprochen wird, könnte das Element, das mit class="item" markiert wird, anstelle des Links mit der fn-Klasse auch ein komplettes hCard-Mikroformat einschließen. Und wenn es sich um eine Konzertkritik handelt, könnte der Inhalt ein komplettes hCalendar-Konstrukt sein, das die Konzerteckdaten enthält. Falls darin ein Veranstaltungsort vorkommt, kann dieser wiederum als hCard-Format innerhalb des hCalendar-Formats ausgearbeitet werden. Sie sehen schon — Mikroformate sind im Prinzip relativ einfach zu verstehen, können aber zu ziemlich komplexen HTML-Markup-Strukturen führen.

Der eigentliche Beschreibungstext des Reviews wird in ein Element eingeschlossen, das mit class="description" ausgezeichnet wird. Wenn es sich um eine längere Beschreibung handelt, die aus mehreren Absätzen und vielleicht auch anderen Elementen wie Grafiken besteht, ist das div-Element, wie es auch in unserem Beispiel verwendet wird, eine semantisch sinnvolle Wahl.

Bewertungen enthalten häufig auch Noten. Zum Standard des hReview-Formats gehört erfreulicherweise auch ein einheitliches numerisches Bewertungsschema. Dabei sind Punktevergaben von 1.0 (unterirdisch) bis 5.0 (überragend) möglich. Wenn die ganzzahlige Punkteskala also zu grob ist, können Sie auch Werte wie 3.4 oder 1.8 vergeben (Dezimalzeichen ist dabei der Punkt!). Andere Bewertungsschemata sind zwar laut Spezifikation ebenfalls erlaubt, doch es wäre schön, wenn endlich mal alle numerischen Bewertungen einem einheitlichen Schema folgen. Deshalb sei das genannte Schema empfohlen.

Die Bewertung selbst wird durch class="rating" markiert. Die numerische Angabe wird im gleichen Element-Tag im Attribut title= notiert. Wenn der Elementinhalt aus einer abstrakten Darstellung der Benotung besteht (wie in unserem Beispiel durch die Sternchen), oder wenn der Elementinhalt einfach die title-Angabe wiederholt, wird empfohlen, das abbr-Element zu verwenden (so wie in unserem Beispiel).

Den Abschluss eines Reviews bildet die Angabe, von wem das Review stammt. Angaben dazu werden in ein Element eingeschlossen, das mit dem Attribut class="reviewer" ausgezeichnet wird. Es ist nicht zwingend erforderlich, ein solches Element zu notieren. Wenn Sie es jedoch notieren, müssen Sie außerdem ein hCard-Mikroformat angeben, das den Review-Autor oder die verantwortliche Redaktion kennzeichnet. In unserem Beispiel haben wir beides vereint durch die Angabe class="reviewer vcard". Die einzige hCard-spezifische Angabe innerhalb des so ausgezeichneten p-Elements im Beispiel ist jedoch die Klassenangabe fn im Link zu MedienCity. Um die Anwendung der Mikroformate konsequent zu betreiben, wäre es durchaus sinnvoll, an dieser Stelle auch weitere Angaben wie Kontaktadresse, Telefonnummer usw. entsprechend der Regeln des hCard-Formats anzugeben.

Ein typischer Elementinhalt des Elements mit der Auszeichnung class="reviewer" ist ein Element, das den Zeitpunkt der Bewertung angibt. Ein solches Element wird durch das Attribut class="dtreviewed" gekennzeichnet. Im gleichen Tag wird ein title-Attribut notiert, das den Zeitpunkt des Reviews angibt. Dabei gelten die gleichen Notationsregeln wie im hCalendar-Format bei Elementen mit class="dtstart" oder class="dtend". Da der zugehörige Elementinhalt in aller Regel die entsprechende menschenlesbare Datums-/Zeitangabe ist, wird empfohlen, für die gesamte Angabe das abbr-Element zu verwenden.


Mittwoch, 7. März 2007

Google Grid (3): Base

Der Service Google Base ist hierzulande noch relativ unbekannt, zumindest unter der breiten Masse der Konsumenten und Interessenten. Die meisten von ihnen kleben noch an bekannten Anzeigenmärkten der ersten Generation, deren Inhalte nicht anders aussehen als die Mini-Anzeigen in gedruckten Zeitschriften, und bei denen sowohl Inserenten als aus Interessenten gleich zur Kasse gebeten werden. Unverständlich, will man meinen, wo doch Google Base völlig kostenlos ist sowohl für Anbieter als auch für Interessenten.

Und Google Base hat durchaus interessante Konzepte. Um ein einzelnes Inserat zu erstellen, wählt man einen Artikeltyp aus, kann aber auch einen eigenen Artikeltyp kreieren. Base eignet sich beispielsweise zum Inserieren von Produkten oder Immobilien, für Veranstaltungsankündigungen (das kann auch die private Party sein), für Kontaktanzeigen, oder einfach zum Veröffentlichen eigener Kochrezepte oder Ausgehtipps. Die Palette ist sehr breit gefächert — für die nötige Sauberkeit des Gesamtangebots sollen die Google Base-Programmrichtlinien helfen.

Abhängig vom gewählten Artikeltyp stellt die Plattform verschiedene typspezifische Datenfelder zur Verfügung. Diese Datenfelder sind aus Suchmaschinensicht besonders wichtig, da sie gezieltes, feldspezifisches Suchen ermöglichen. In jedem Fall aber gehört auch ein großes Freitextfeld dazu, in dem man im Wysiwyg-Modus HTML-formatierte Inhalte eingeben kann. Außerdem lassen sich eine ganze Reihe von Bildern zu jedem Inserat hochladen, z.B. Prodkuktfotos. Darüber hinaus ist auch das Erstellen von Serieninseraten ausdrücklich erlaubt. Google Base bietet dazu eine XML-Schnittstelle an. Händler können auf diese Weise ganze Produktpaletten inserieren, und zwar so, dass jedes Produkt einzeln vorgestellt wird. Sogar eine API bietet Google an, um Händlern, die eigene Shops hosten, die Möglichkeit zu bieten, ihre Produktseiten über Google Base direkt auffindbar zu machen. Diverse Händler machen von letzterer Möglichkeit offenbar bereits Gebrauch, denn zahlreiche Suchtrefferlinks innerhalb von Google Base führen nicht zu Google-Base-Seiten, sondern zu Produktseiten in Händler-Shops.

Allerdings macht Google Base, das seit November 2005 verfügbar ist, sich aber noch im Betastadium befindet, gegenüber vergleichbaren Services wie etwa dem Heisetreff einen eher vernachlässigten und unaufgeräumten Eindruck. Um Artikel in Google Base veröffentlichen zu können, benötigt man außerdem einen allgemeinen Google Account, also einen Zugang, über den Google einen auch beim Nutzen anderer Google-Services wiedererkennt. Und genau da wird wieder der Google Grid sichtbar. Wir erinnern uns: über Orkut erfährt Google eine Menge über persönliche Beziehungen eines Account-Inhabers, und über Checkout eine Menge über Kauf- und Konsumgewohnheiten der gleichen Person. Wer unter gleichem Account in Google Base publiziert, verrät Google weitere Details. Von mir weiß Google dank Base jetzt beispielsweise, dass meine Frau ihr früheres Haus verkaufen will.


Dienstag, 6. März 2007

Mit Rivva nur die echten News aus der Blogosphäre?

Für die Informationsversorgung im Reich der Weblogs bzw. ihrer RSS- und Atom-Feeds ist charakteristisch, dass sie weitgehend chaotisch und persönlich stattfindet. Genau das macht ja auch eigentlich den Charme aus: kein Zentralorgan mehr, das bestimmt, welche Nachricht eine Nachricht ist und welche nicht. Geschrieben wird, was für wichtig gehalten wird, und gelesen ebenfalls.

Nur hin und wieder sehnt man sich dann doch nach einer gewissen Übersicht und Vorauswahl. Denn vor allem das viele nichtssagende Kopieren, Syndizieren und Zitieren anderweitig aufgeschnappter News breitet sich wie eine Seuche aus. Authentische News, die aus eigenen Texten mit mehr als einem Halbsatz Länge bestehen, schwimmen in einem riesigen Strom mit lauter Blog-Einträgen, die nichts anderes als eines von Millionen YouTube-Videos präsentieren, oder nichts anderes enthalten als „gerade eben gelesen: [link]“, oder reine Trackbacking-Meldungen. Doch wer soll die Spreu vom Weizen trennen?

Ein Service namens Rivva versucht dies. Was dort bislang zu sehen ist, ist jedoch noch im Entwicklungsstadium. Frank Westphal, selbsterklärter Extrem-Programmierer, Ruby-on-Rails-Freelancer und Web-2.0-Technologist, entwickelt die Plattform. Rivva arbeitet mit einem Spider, also so wie Suchmaschinen. Der Spider klappert die deutschsprachige Blog-Landschaft ab und versucht dabei, wirklich authentische und lesenswerte News zu herauszufiltern. Durch die Vernetzung der Blogs untereinander lernt der Rivva-Spider auch leicht neue Blogs kennen.

In seinem eigenen Blog drückt Westphal seine Freude über den ersten Rivva-Entwicklungswurf jedenfalls ganz im Stil der guten alten Pointer Sisters aus: I'm so excited … and I just can't hide it!


Montag, 5. März 2007

Was ist eigentlich Netzneutralität?

Anregung zu diesem Beitrag war die News Berners-Lee spricht sich für Netzneutralität und gegen DRM aus, die vor einigen Tagen im Heise-Ticker erschien. „Wenn er anderswo auf die US-Debatte hinweise, blicke er daher nur in fragende Gesichter“, wird Berners-Lee dort zitiert. In der Tat wird die Thematik hierzulande selbst von Insidern nur am Rande wahrgenommen. Der Grund ist, dass keine konkrete Bedrohung in Sicht ist. Doch ist das wirklich so? Und worum geht es da eigentlich genau?

„Netzneutralität ... bedeutet, dass Zugangsanbieter (access providers) bei der Übermittlung von Datenpaketen an ihre Kunden keinen Unterschied machen, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben“. So lautet die zentrale Definition von Netzneutralität bei Wikipedia. Etwas anschaulicher geht ein Artikel der Süddeutschen Zeitung an das Thema heran: Vokabeln lernen: Netzneutralität, und das Tagesschau-Interview mit Barbara van Schewick ist ebenfalls lesenswert. Auch von Tim Berners-Lee selbst gibt es unzitierte Aussagen zum Thema. Im Blog-Eintrag Net Neutrality: This is serious lautet die zentrale Definition: „If I pay to connect to the Net with a certain quality of service, and you pay to connect with that or greater quality of service, then we can communicate at that level“.

Ein Grund für die Aufregung ist der immer weiter steigende Datenkonsum im Internet. Breitbandanschlüsse und Flatrates breiten sich zunehmend aus, und niemand achtet mehr darauf, wie viele Megabytes und Gigabytes er alltäglich an Datenverkehr im Internet generiert. So ist beispielsweise E-Mail, früher nur ein zusätzliches Kommunikationsmittel, längst zum Standard-Service für alltägliche geschäftliche und private Korrespondenz geworden. Aber auch Services, die traditionell nicht zum Internet gehörten, belasten die Datenleitungen immer intensiver: heute schon IP-Telefonie (Voice over IP), und in Zukunft wohl auch IPTV (Television over IP). Für all diese Services gelten jedoch die traditionellen Regeln des Internet. IP-Pakete, die von ihnen generiert werden, sind nicht mehr oder weniger wert als die IP-Pakete von Lillis Mail an John oder die IP-Pakete, die Timo durch seine WOW-Aktivitäten generiert. Man hat seinen Internet-Zugang, zahlt in der Regel dafür, aber wenn man sich dann darüber mit dem Netz verbunden hat, kann man ping-Kommandos absetzen, chatten, telefonieren, surfen, mailen, Dateien austauschen und alles was sonst noch geht. Einige Anbieter von Inhalten verlangen auch Geld für ihre Angebote, doch darum geht es hier nicht. Einige Firewalls lassen auch nicht alle Daten durch, doch darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass einige große Internet-Provider (vor allem auch Backbone-Provider) ein Interesse daran haben, dass IP-Paket nicht gleich IP-Paket ist. Oder dass IP-Pakete überhaupt nur noch dann vom Sender zum Empfänger gelangen, wenn beide eine extra zu bezahlende Dienstegüte (Quality of Service) abonniert haben.

Die Befürchtung geht dahin, dass die heute gefeierte Flatrate für den Internet-Zugang irgendwann nur noch Makulatur ist, weil man dann für E-Mails abhängig von der garantierten Zustellgeschwindigkeit extra zahlen muss, fürs Chatten einen Live-Zuschlag und für bestimmte Ego-Shooter-Spiele eine Verblödungsabgabe. Damit würde dann auch wieder steuerbar, was die Leute im Netz treiben. Erwünschtes Verhalten würde mit Vergünstigungen belohnt, unerwünschtes mit besonders hohen Abgaben gestraft. Und das ist keine Utopie, sondern wird in den USA bereits heftig diskutiert.

Grund genug also, die Netzöffentlichkeit zu bitten, die Ohren offen zu halten, damit sich, falls es ernst werden sollte, schneller, massenhafter Widerstand aus dem Netz gegen derartige Versuche formieren kann.

Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:
zum Blog-Eintrag: Was ist eigentlich Netzneutralität?


Samstag, 3. März 2007

Tutorial: Mikroformate (6)

Tutorial: Mikroformate (1) | (2) | (3) | (4) | (5)

Mikroformat für Kalendereinträge (hCalendar)

So wie das hCard-Mikroformat auf dem vCard-Format basiert, lehnt sich das hCalendar-Mikroformat an das iCalendar-Format an, das ebenso wie das vCard-Format ein Industriestandard ist. Allerdings unterstützen die meisten Anwendungen nur vCalendar, den Vorläufer des iCalendar-Formats. Auch dieses Format kennen Sie vielleicht aus Microsoft Outlook oder vergleichbaren Anwendungen als Export- und Import-Format für Terminkalendereinträge. Entsprechende Dateien haben die Standardendung .vcs oder .ics.

Um das hCalendar-Format besser zu verstehen, betrachten wir zunächst zwei Kalendereinträge im iCalendar-Format – zunächst ein Tagesereignis und dann einen Termin:

BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
BEGIN:VEVENT
DTSTART:20070406
DTEND:20070406
SUMMARY:Karfreitag
END:VEVENT
END:VCALENDAR
BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
BEGIN:VEVENT
DTSTART:20070510T200000
DTEND:20070510T235900
TZOFFSETFROM:+0100
LOCATION:Stragula Realwirtschaft
SUMMARY:Jahresversammlung 2007 der gescheiterten Existenzen
ATTENDEE;ROLE=OWNER;CN=Rainer Wahnsinn;MAILTO=rwahnsinn@example.com
ATTENDEE;ROLE=ATTENDEE;CN=Anna Lyse;MAILTO=alyse@example.com
END:VEVENT
END:VCALENDAR

Die gewählten Beispiele sind recht einfach und beschreiben nur wenige typische Daten. Die Spezifikation des iCalendar-Formats kennt wesentlich mehr Eintragsmöglichkeiten, um auch Aspekte wie Teilnehmeranforderungen, wiederkehrende Termine, Alarmeinstellungen usw. zu speichern.

Die offizielle Spezifikation und Dokumentation des iCalendar-Formats finden Sie unter:

http://tools.ietf.org/html/rfc2445
RFC (Request for Comment) 2445

Die Datenstruktur weist die gleichen Merkmale auf wie diejenige des vCard-Formats. Der gesamte Kalendereintrag wird durch BEGIN:VCALENDAR eingeleitet und durch END:VCALENDAR abgeschlossen. Durch BEGIN:VEVENT bzw. END:VEVENT wird der Kalendereintrag typisiert. Termine und Tagesereignisse fallen unter die Kategorie VEVENT. Andere Kategorien sind VTODO (für Aufgaben) und VJOURNAL für Journaleinträge.

Terminanfang und -ende werden durch DTSTART bzw. DTEND definiert. Bei Tagesereignissen wie im ersten unserer Beispiele wird das Datum ausschließlich in Ziffernform notiert, wobei die ersten vier Ziffern für das Jahr stehen, die nächsten zwei Ziffern für den Monat und die letzten beiden für den Monatstag. Bei Uhrzeit-Terminen wie in unserem zweiten Beispiel folgt hinter der Datumsangabe ein T und dahinter die Uhrzeit als Folge von sechs Ziffern, wobei die ersten beiden Ziffern die Stunde bedeuten, die zweiten beiden die Minuten und die letzten beiden die Sekunden.

Bei Uhrzeitangaben ist auch die Angabe der Zeitzone sinnvoll. Dies geschieht durch TZOFFSETFROM. Deutschland beispielsweise hat die Zeitzone + 1 Stunde gegenüber der UTC-Zeit (Greenwich-Zeit). Notiert wird das in der Form +0100.

Wenn es für einen Termin einen Veranstaltungsort gibt, kann dieser durch LOCATION angegeben werden. Falls mit dem Ereignis auch eine Webadresse verknüpfbar ist, kann zusätzlich ein Feld URL notiert werden. SUMMARY ist das Feld für den Titel des Kalenderereignisses. Längere Beschreibungen können in einem zusätzlichen Feld DESCRIPTION stehen. Komplexer wird es wieder bei an ATTENDEE-Feldern. In diesen Feldern können Teilnehmer eingetragen werden, beispielsweise bei Meeting-Ereignissen. Für jeden namentlichen Teilnehmer wird ein ATTENDEE-Feld notiert. Im Unterfeld ROLE kann die Funktion des jeweiligen Teilnehmers angegeben werden. Die Wertzuweisung OWNER steht für den Organisator, Einladenden oder Hauptverantwortlichen des Ereignisses, und die Zuweisung ATTENDEE für normale Teilnehmer ohne spezielle Funktion. In den Feldern CN kann der Name des Teilnehmers angegeben werden, und bei MAILTO dessen Mailadresse.

Umsetzung ins hCalendar-Mikroformat

Beim Umsetzen dieser Datenstruktur in ein spezifikations-konformes hCalendar-Mikroformat haben Sie wieder ähnliche Freiheiten wie beim hCard-Format. Die Umsetzung geschieht durch Klassennamen, die über das class-Attribut in HTML notiert werden. Allerdings werden auch einige weitere Konventionen erwartet. Betrachten wir zunächst eine Umsetzung unseres ersten Beispiels (Kalendereintrag für Karfreitag 2007):

<ul class="vcalendar">
   <!-- andere Feiertage -->
   <li class="vevent">
        <span class="summary">Karfreitag</span>: 
        <abbr class="dtstart" title="20070406" 
              style="border: none;">4. April 2007</abbr>
        <abbr class="dtend" title="20070406" 
              style="display: none">4. April 2007</abbr>
   </li>
</ul>

In dem Beispiel nehmen wir eine Aufzählungsliste mit Feiertagen an. Jeder Listeneintrag soll aus der Bezeichnung eines Feiertags und seinem Datum für das Jahr 2007 bestehen. Damit repräsentiert jedes li-Element ein Ereignis und bekommt aus diesem Grund im Start-Tag das Attribut class="vevent" zugewiesen. Dass die gesamte ul-Liste übrigens das Attribut class="vcalendar" erhält, ist keine zwingende Vorschrift. Der Klassenname vevent ist derjenige, der auslesender Software signalisiert, dass ein Kalendereintrag folgt.

In unserem Beispiel müssen die iCAL-Felder SUMMARY, DTSTART und DTEND für den Kalendereintrag umgesetzt werden. SUMMARY wird zu class="summary", wobei es egal ist, welches zugehörige HTML-Element gewählt wird (in unserem Fall ist es ein span-Element).

DTSTART und DTEND werden ebenfalls zu class-Attributzuweisungen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die hCalender-Spezifikation für diese Felder das abbr-Element von HTML verlangt. Der Wert des Feldes wird, da die Notationsform zwar gut maschinenlesbar, für Menschen jedoch eine Zumutung ist, nicht als Elementinhalt, sondern im title-Attribut notiert. Im Elementinhalt des abbr-Elements kann dann ein beliebiger gewünschter Text stehen, um die Datums- und/oder Uhrzeitangabe zum Ereignis sprachabhängig und menschenlesbar wiederzugeben.

Da das abbr-Element in den meisten Browsern eine automatische Formatierung erhält (gepünktelte Unterstreichung), die aber im hiesigen Zusammenhang meist unerwünscht ist, sollte die CSS-Angabe border: none dafür sorgen, dass die entsprechende Formatierung unterdrückt wird.

In unserem Fall wollen wir ja nur ein Kalenderdatum ausgeben. Da stört natürlich der Eintrag mit class="dtend". Mit Hilfe der CSS-Angabe display: none unterdrücken wir die Anzeige.

Selbstverständlich können Sie solche CSS-Angaben auch in zentralen Stylesheets auf die Klasse anwenden, also in der Form:

abbr.dtstart { border: none; }
abbr.dtend { display: none; }

Die HTML-Umsetzung unseres zweiten iCalendar-Beispiels im hCalendar-Mikroformat könnte so aussehen:

<div class="vevent">
  <h1 class="summary">Jahresversammlung 2007 der 
    gescheiterten Existenzen</h1>
  <address class="location vcard"><span class="fn">
    Stragula Realwirtschaft</span></address>
  <table class="times">
    <tr>
      <td>Offizieller Beginn:</td>
      <td><abbr class="dtstart" title="20070510T200000" 
    style="border: none;">10.05.2007, 20.00 Uhr</abbr></td>
    </tr><tr>
      <td>Offizielles Ende:</td>  
      <td><abbr class="dtend" title="20070510T235900" 
    style="display: none">Mitternacht</abbr></td>
    </tr>
  </table>
  <h2>Teilnehmer</h2>
  <ul>
    <li class="attendee">
   <span class="owner"><strong>Leiter:</strong> 
   <span class="cn">Rainer Wahnsinn</span>, 
   <a class="value" href="mailto:rwahnsinn@example.com">  
        rwahnsinn@example.com</a>
   </span>
 </li>
    <li class="attendee">
   <span class="cn">Anna Lyse</span>, 
   <a class="value" href="mailto:alyse@example.com"> 
        alyse@example.com</a>
   </span>
 </li>
  </ul>
</div>

In diesem Beispiel nehmen wir an, dass eine ganze Webseite für die Anzeige des Ereignisses spendiert wird. Deshalb setzen wir das Feld mit class="summary" kurzerhand in eine h1-Seitenüberschrift. Ein div-Bereich, der alle Auszeichnungen des Ereignisses umspannt, erhält das Signal-Attribut class="vevent".

Interessant wird es bei der Umsetzung des LOCATION-Feldes. Für eine tatsächlich existierende Örtlichkeit bietet es sich nämlich an, diese als hCard-Mikroformat auszuzeichnen. Deshalb haben wir die Angabe zu LOCATION in ein address-Element gepackt, dem mit class="location vcard" gleich zwei Mikroformat-Klassen zugewiesen werden. Zum einen wird signalisiert, dass dieses Element eine location-Angabe innerhalb des Kalenderereignisses enthält. Zum anderen wird ein vCard-Mikroformat eingeleitet. In unserem Beispiel haben wir nur den Namen einer Kneipe als Örtlichkeit angegeben. Der Inhalt des address-Elements beschränkt sich daher auf ein Element, das mit class="fn" den Namen der Kneipe enthält, in der die Veranstaltung stattfindet.

Die Angaben zu Anfang und Ende der Veranstaltung haben wir in eine kleine Tabelle gepackt, um die Inhalte tabulatorisch sauber auszurichten. Die eigentlichen Zeitangaben werden wie gefordert durch abbr-Elemente ausgezeichnet, wobei class="dtstart" und class="dtend" Anfangs- und Endzeitpunkt deklarieren, während das title-Attribut die normierte Datums-/Uhrzeitangabe enthält und der Elementinhalt aus einer frei wählbaren, auf der Webseite sichtbaren Darstellungsform der Zeitangaben besteht.

Die Teilnehmer erscheinen in einer Aufzählungsliste. Deren li-Elemente signalisieren durch die Angabe class="attendee", dass es sich um Teilnehmerangaben zum Ereignis handelt. Teilnehmernamen und ihre Mailadressen sind im Beispiel durch vCalendar-Syntax ausgezeichnet. An diesen Stellen könnten jedoch auch wieder vollständige vCard-Mikroformate notiert werden, um zu kennzeichnen, dass es sich um Kontaktangaben handelt.

Im Browser sieht diese HTML-Konstruktion ohne weitere CSS-Formatierung in etwa so aus:

hCalendar-Daten im Browser

Mit Hilfe von CSS lässt sich daraus jedoch ein ansprechend gestalteter Inhalt zaubern. Die Feinstrukturierung der Inhalte ist jedenfalls in ausreichendem Maße vorhanden, und das Markup ist ein wichtiger Input für Suchmaschinen, die Mikroformate bereits erkennen.


 

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