Sonntag, 25. Februar 2007

Google Grid (1): Orkut

Orkut (Wikipedia-Artikel/Web-Portal) ist eine Web-Plattform zum Finden von Freunden und Bekannten, zur Kontaktpflege und zum gemeinsamen Datenaustausch. Neu ist diese Idee nicht, und obwohl Orkut schon viele Millionen Nutzer hat (derzeit nach eigenen Angaben über 44 Millionen), ist es „gefühlt“ deutlich unbekannter als der bekannteste Vertreter dieser Plattformen: MySpace (Wikipedia-Artikel/deutsches Web-Portal). Selbst die auf den deutschen Sprachraum beschränkten Lokalisten (Wikipedia-Artikel/Web-Portal) sind noch eher bekannt als Orkut. Besonders in Brasilien soll Orkut allerdings wesentlich verbreiteter sein, nachdem das dortige Wochenmagazin Época im August 2004 einen Leitartikel über die Plattform gebracht hat. Zeitweise sollen bis zu 75% aller registrierten Orkut-User aus Brasilien gekommen sein.

Worin liegt nun die Besonderheit von Orkut? Gilt die Plattform, die immerhin schon Anfang 2004 in Betrieb genommen wurde, bislang nicht eher als Verlierer gegen MySpace? Aus Einzelsicht ist das heute sicherlich der Fall. Doch Orkut gehört zum Google Grid, also zu jenem prophezeihten Netzwerk aus Google-Webplattformen, die über ein gemeinsames Login erreichbar sind, sofern man über einen Google-Mail-Account verfügt, und die allesamt an eine Suchmaschine angebunden sind, deren Monopolstellung unbestritten ist. An vielen dieser Plattformen werkelt Google derzeit noch fieberhaft, weshalb vermutet werden darf, dass die Bewerbung des gesamtes „Grid“ von Google noch lange nicht im vollen Umfang forciert wird. Wenn erst einmal die Standardseite der Google-Websuche direkte Links zu Orkut und den ganzen übrigen Google-Plattformen anbieten sollte, würden sich deren Verbreitung und Bekanntheit vermutlich schlagartig vervielfachen.

Über Orkut erfährt Google, wer wen zu seinen Freunden und Bekannten zählt, welche Hobbies und Interessen jeder Einzelne verfolgt. Nicht, dass diese Informationen bald offen in der Google-Websuche präsentiert würden. Doch das „shared Login“ ermöglicht es Google, Orkut-Profildaten, E-Mails, Kalender, Google-Group-Aktivitäten, Picasa-Webalben, Google-Base-Inserate und zahlreiche andere Aktivitäten bei Google-Services einer Person zuzuordnen. Das dadurch entstehende Raster toppt vermutlich alles, was sämtliche Behörden, Banken und Versicherungen über die gleiche Person gespeichert haben.

Eine gute Übersicht zur Anwendungsstruktur speziell von Orkut bietet Lars Kasper. Bereits aus dem Gründungsjahr 2004 stammt ein Telepolis-Artikel über Orkut. Wer sich intensiver mit den Entwicklungen rund um Orkut befassen möchte, dem sei das englischsprachige Weblog Inside Orkut empfohlen.


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